Auch Young wird alt

Ja, Neil Young ist ein alter Mann. Da ändern auch die T-Shirts und Jeans nichts, die er immer noch vorzugsweise trägt. Darf man vielleicht auch, wenn man fast 50 Jahre im Geschäft ist und als Musiklegende angesehen wird. Bild: dpa

Er ist eine Rocklegende. Neben Bob Dylan und Paul McCartney die letzte noch lebende. Der "Godfather of Grunge", wie sie ihn nennen. Als Gitarrist und Sänger nirgends einzuordnen. Heute feiert Neil Young seinen 70. Geburtstag.

Als er begann, haben sie ihm geraten, er solle das Singen besser bleiben lassen. Neil Young, an Kinderlähmung erkrankt, spielte anfangs der 1960er Jahre in den von ihm gegründeten Bands wie The Jades, The Squires und den Mynah Birds nur Gitarre. 1966 zog er von Toronto nach Los Angeles, stand zusammen mit Stephen Stills auf der Bühne. Die von ihnen formierte Gruppe hieß Buffalo Springfield. Für sie schrieb Neil Young Songs wie "Broken Arrow", "Mr. Soul" oder "On The Way Home".

Ein fester Platz

Auch später, als Neil Young ab 1968 Musik mit der Band Crazy Horse machte, kreuzte sich sein Weg mit dem von Stephen Stills immer wieder. Die beiden Männer gesellten sich an die Seite von Dave Crosby und Graham Nash.

Was dann passierte, hat für immer einen festen Platz in der Rockgeschichte. Crosby, der von den Byrds kam, Graham Nash als ehemaliger Sänger der Hollies, dazu die Buffalo-Springfield-Gründer Stephen Stills und Neil Young: Ein Rockquartett für die Ewigkeit. Bis heute gelegentlich auf Tour. Vor über 250 000 Leuten traten sie beim Woodstock-Festival auf. Ihr Album "Déjà Vu" zählt unstrittig zum besten Material, das jemals auf Vinyl gepresst wurde.

Neil Young war wandlungsfähig. Folk und Country wechselten sich mit hartem Rock ab. "Harvest" hieß sein meistverkauftes Album. Ein Genie, das mit seiner zeitkritischen Stimme nie hinter dem Berg hielt. Manchmal für längere Zeit abgetaucht, dann wieder präsent und mit neuen Ideen.

Neue CD zum Geburtstag

Von ihm kamen Songs wie "Heart of Gold", "From Hank To Hendrix" oder "Prairie Wind", er machte Alben wie "Zuma", "Tonight's the Night", "Sleeps with Angels" oder "Psychedelic Pill". Immer anders, niemals am Zeitgeist orientiert. Vieles ist für immer im Ohr geblieben. Zum Beispiel "Teach your Children", das Neil Young gemeinsam mit seinen musikalischen Kollegen Crosby, Stills und Nash schuf. Die Steelguitar dabei spielte ein gewisser Jerry Garcia von den Grateful Dead.

In den 70er Jahren ließ er es mit "Rust Never Sleeps" krachen", überbrückte die "Geffen"-Ära mit umstrittenen Alben wie "Trans" oder Everybody's Rocking" und wurde mit "Ragged Glory" zum "Godfather of Grunge". Der Mann ist auch Filmemacher, Autor, Umweltaktivist und unterstützt Bauern mit den "Farm Aid"-Konzerten. In den letzten Jahren hat Neil Young mehrere Alben vorgelegt. 2014 gab es "A Letter Home" und "Storytone", heuer folgte "The Monsanto Years" - und zum Geburtstag erscheint das Live-Album "Bluenote Cafe". Für seine Fans ein Beweis dafür, dass die Karriere noch lange keinen Schlusspunkt hat.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.neilyoung.com
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