Ausstellung im Regensburger Kunstkabinett zeigt Malerei und Skulptur des Künstlers Peter Ernst ...
Weniger ist diesmal Mehr

Diesmal gibt es mehr Mehr: Marianne Schönsteiner-Mehr präsentiert ihren Mann Peter Ernst Mehr zu dessen 75. Geburtstag in einer Einzelausstellung. Bild: Wolke
Regensburg.Die Arbeiten von Peter Ernst Mehr gliedern sich auf in vier Bereiche: Malerei, Kreuze, Skulpturen und Architektur. Eine Vielseitigkeit, die den Künstler von Beginn an begleitet hat. Denn "Peter Ernst Mehrs Werdegang verlief über eine Vielzahl von Haupt- und Nebenwegen", wie der Kunsthistoriker Dr. Herbert Schneidler resümiert.

Marianne Schönsteiner-Mehr, Inhaberin des Regensburger Kunstkabinetts, widmet ihrem Ehemann nun eine Ausstellung in ihrer Galerie. Bereits früher war Peter Ernst Mehr hier vertreten, unter anderem mit Größen der Klassischen Moderen wie Alexander Calder oder Henry Moore. Anlässlich des 75. Geburtstages des in München geborenen und heute bei Regensburg lebenden Künstlers gibt es nun eine Einzelschau.

Konsequente Beschränkung

Malerei, Kreuze, Skulpturen: Fast alle Bereiche aus Mehrs künstlerischem Schaffen sind auch hier abgedeckt. Ausgespart wurden aus räumlichen Gründen einzig seine Bauprojekte. Die prägen ihrerseits das moderne Erscheinungsbild Regensburgs. Die Studentenwohnanlage Gesslerheim oder das Verwaltungsgebäude der AOK sind hinlänglich bekannt.

Sein von Mies van der Rohe übernommenes architektonisches Prinzip "Less is more" lässt sich auch auf die bildnerischen Arbeiten Peter Ernst Mehrs übertragen. "Die konsequente Beschränkung auf das Wesentliche ist bei ihm bis heute oberstes Gebot geblieben", beschrieb es Dr. Herbert Schneidler bei seiner Einführungsrede im Kunstkabinett.

Schneidler spielt dabei auf das bei Mehr immer wieder anzutreffende Prinzip der Reihung und Variation an. Sei es das Regensburger AOK-Gebäude, das Gemälde "Nachtschmetterlinge" oder die Bronzeplastik "Hetzenbacher Wald": "Mehr geht von einem gestalterischen Grundelement aus, das er in Variationen aneinander reiht", so Schneidler.

Blaue Figuren, Damen in Rückenansicht oder menschliche Profile: Das Immerwiederkehren einzelner Motive, deren Rhythmisierung und Anonymisierung ist ein Markenzeichen Peter Ernst Mehrs. Eine Position zum Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, das lässt sich darin auf Anregung Dr. Herbert Schneidlers hin erkennen.

Kreuz als Motiv

Die Geburtsstunde dieser Reihungen sieht der Kunsthistoriker in einer Reise Peter Ernst Mehrs. 1964 besuchte der Künstler die Kriegsgräber von Verdun. Die streng geometrischen Reihen der Grabkreuze dort dürften Mehr auch zu einem weiteren bevorzugten Motiv angeregt haben: Das Kreuz kehrt bei ihm immer wieder- und zwar auf völlig unterschiedliche Weise.

Mehr stellt das christliche Symbol dar als abstraktes Gemälde oder als plastische Arbeit mit einem rundum gefesselten Christus. Dass die Christus-Figuren hier aus überarbeiteten Industrieprodukten hergestellt sind, passt ins Konzept: Individuum und Anonymität - bei Peter Ernst Mehr kommt beides zusammen.

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Die Ausstellung "Peter Ernst Mehr. Malerei und Skulpturen" läuft bis 5. März in der Galerie Kunstkabinett, Untere Bachgasse 7, Regensburg. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 11 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 14 Uhr. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Weitere Infos es unter Telefon 0941/57856.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kunstkabinett-regensburg.de
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