Auszeichnung beim Filmfest von Venedig
Goldener Löwe für Philippinen

Zum ersten Mal in der Geschichte der Filmfestspiele von Venedig ging der Goldene Löwe auf die Philippinen. Regisseur Lav Diaz (links) nahm den Hauptpreis für sein Drama "The Woman Who Left" aus der Hand von Biennale-Präsident Paolo Baratta entgegen. Bild: dpa

20 Beiträge hatten um die Preise beim Filmfest in Venedig konkurriert. Die höchste Auszeichnung geht an ein philippinisches Drama. Aber auch eine junge Deutsche triumphiert.

Venedig. Der Goldene Löwe der Filmfestspiele von Venedig geht zum ersten Mal auf die Philippinen. Regisseur Lav Diaz wurde am Samstag für das Drama "The Woman Who Left" mit dem Hauptpreis des Festivals geehrt. Die Deutsche Paula Beer gewann als beste Nachwuchs-Schauspielerin. Es ist erst die dritte Auszeichnung für eine deutsche Darstellerin in der Geschichte des Filmfests. Die 21-jährige Beer erhielt den Preis für ihre Rolle in dem Drama "Frantz". Der deutsche Regisseur Wim Wenders ging leer aus.

Der Löwen-Gewinner "The Woman Who Left" erzählt in knapp 4 Stunden von einer Frau, die nach 30 Jahren im Gefängnis vor den Scherben ihres Lebens steht. Mit dem in Schwarz-Weiß gedrehten Werk zeigt Regisseur Diaz ein Abbild der philippinischen Gesellschaft und spricht auch Themen wie Korruption und Armut an.

Regisseur François Ozon wählte für "Frantz" ebenfalls schwarz-weiße Bilder. Sein Drama spielt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als sich eine junge Deutsche (gespielt von Paula Beer) und ein französischer Soldat anfreunden - gegen gesellschaftliche Widerstände. "Frantz", eine deutsche Koproduktion, wird so zu einem Appell für Vergebung. Zuletzt hatte Katja Riemann im Jahr 2003 für das Drama "Rosenstraße" den Preis als beste Hauptdarstellerin gewonnen, 1953 siegte Lilli Palmer ("Das Himmelbett"). Den Großen Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung, holte heuer Tom Ford für den Thriller "Nocturnal Animals".
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