Berlin.
Kulturnotizen Grütters kämpft um Kulturschutz

(dpa) Monika Grütters bläst der Wind scharf ins Gesicht. Die Kulturstaatsministerin hat mit ihrem Gesetz zum Schutz von Kulturgütern eine Phalanx von Galeristen, Kunsthändlern und Sammlern gegen sich aufgebracht. Sie sehen ihr Recht auf einen freien Handel mit Kunstwerken beschnitten, manche sprechen von Enteignung.

Die CDU-Politikerin gibt sich betont locker, als sie am Mittwoch zum Pressegespräch in Berlin erscheint. Im Haus der Bundespressekonferenz stellt sie klar: "Schutz heißt in meinen Augen nicht Enteignung." Was sich inzwischen zu einem Desaster ausgewachsen hat, war ursprünglich gelobt worden. Grütters hatte vor allem dem illegalen Handel mit geraubten Antiken aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien und dem Irak einen Riegel vorschieben wollen.

Doch längst dreht sich die Debatte nicht mehr um die Einfuhr-, sondern um die Ausfuhrregeln. Nach Einschätzung von Grütters ist der Streit eskaliert, weil durch Indiskretion ein Textentwurf in Umlauf kam, der noch nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt war. Zum Pressegespräch bringt sie einen "Vorläufigen Referentenentwurf" mit, dem gegenüber der früheren Fassung einige Zähne gezogen sind.

Hauptstreitpunkt ist die Vorschrift, "national wertvolles Kulturgut" unter Schutz zu stellen und damit dessen Abwanderung ins Ausland zu verhindern. Grütters wolle dem Staat einen vergünstigten Zugriff auf die für ihn relevanten Kulturgüter verschaffen, heißt es in einem Offenen Brief, den mehr als 250 Kunsthändler und Sammler zeitgleich mit der Verteidigungsrede veröffentlichten. "Deshalb fordern wir: Geben Sie Kunsteigentum und Kunsthandel frei!"
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.