Berlin.
Kulturnotizen NS-Raubkunst: Stiftung beginnt Arbeit

(dpa) Kulturstaatsministerin Monika Grütters übernimmt die Leitung des Stiftungsrats für das neue Zentrum zur Suche nach NS-Raubkunst in Magdeburg. Die 53-jährige CDU-Politikerin wurde am Donnerstag bei der konstituierenden Sitzung des 15-köpfigen Aufsichtsgremiums in Berlin zur Vorsitzenden gewählt, wie ihr Haus mitteilte.

Die praktische Arbeit soll von einem zweiköpfigen Führungsgremium verantwortet werden. Zum ehrenamtlichen Vorstand ernannte der Stiftungsrat den früheren Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Uwe Schneede. Die Stelle des hauptamtlichen Vorstands wurde ausgeschrieben, eine Entscheidung steht aber noch aus. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste, so der offizielle Name, wird von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden getragen.

Petition gegen Oscar-Hoffnung "Ida"

Warschau.(dpa) Gegen die polnische Oscar-Hoffnung "Ida" von Regisseur Pawel Pawlikowski gibt es in Polen Proteste. Eine nationalkonservative Stiftung hält den in Schwarz-Weiß gedrehten Film über eine junge Nonne in den 60-er Jahren, die kurz vor dem endgültigen Gelübde von ihrer jüdischen Herkunft erfährt, für antipolnisch.

"Ida" gilt als einer der größten Erfolge des polnischen Kinos seit Jahren: Mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet, in zwei Kategorien für den Oscar nominiert, von Kritikern mit Lob überhäuft. Doch mit einer Petition an das Polnische Institut für Filmkunst haben schon mehr als 20 000 Menschen eine Nachbesserung gefordert. Andernfalls könnten Zuschauer in westlichen Ländern fälschlicherweise den Eindruck gewinnen, dass Polen für die Verbrechen an Juden im Zweiten Weltkrieg verantwortlich gewesen seien.

Denn die Eltern der jungen Nonne werden im Film während der deutschen Besatzung von einem polnischen Nachbarn getötet. Von den Deutschen sei aber mit keinem Wort die Rede, kritisieren die Unterzeichner der Petition. Der Historiker Marcin Zaremba konnte dagegen in einem am Donnerstag in der "Gazeta Wyborcza" erschienenen Artikel diese Kritik nicht nachvollziehen: In dem Film gehe es um die Suche nach Identität, nicht darum, jemanden anzuklagen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kunsthalle (198)Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.