Berlin.
Kulturnotizen Philharmoniker wählen neuen Leiter

Sir Simon Rattle. Bild: dpa
(dpa) Spannung ist garantiert: Am 11. Mai wählen die weltberühmten Berliner Philharmoniker unter größter Geheimhaltung einen neuen Chefdirigenten. Über die Nachfolge von Sir Simon Rattle (60) können die 124 fest angestellten Musiker völlig autonom entscheiden. "Das dürfte weltweit einmalig sein", sagte Orchester-Vorstand Peter Riegelbauer, der am Montag mit seinem Vorstandskollegen Ulrich Knörzer das Wahlverfahren vorstellte. Das Amt als Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Philharmoniker gilt als eines der begehrtesten in der klassischen Musik.

"Momentan ist jeder lebende Dirigent weltweit wählbar", sagte Riegelbauer. Erst in der Orchesterversammlung am 11. Mai wird aus den Vorschlägen der Mitglieder eine Liste erstellt, die Grundlage für die Wahl ist. Rattle, seit 2002 an der Spitze des Orchesters, hatte angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Seither überschlagen sich die Spekulationen. Im Gespräch sind Namen wie Christian Thielemann (55) und Daniel Barenboim (72), Gustavo Dudamel (34) und Andris Nelsons (36).

Bei den Philharmonikern ist laut Riegelbauer Diskretion oberstes Gebot. "Wenn zu viele Namen vorher gehandelt und zerredet werden, beschädigt man unter Umständen auch Freunde." Deshalb setzt der Vorstand darauf, dass aus der Sitzung am 11. Mai weder getwittert oder gesimst wird. Mögliche Kandidaten werden vorher nicht befragt, ob sie das Amt annehmen würden. Erst nach der Wahl soll der Glückliche aus der Versammlung heraus informiert werden. Sollte er wider Erwarten nicht annehmen, müssten die Musiker neu über das weitere Vorgehen beraten. "Wir sind aus der Erfahrung heraus zuversichtlich", sagt Riegelbauer. "Das geht schon gut."
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