Bezaubernde Barock-Musik

Das "Josef-Suk-Ensemble" aus Tschechien überzeugt bei den Wurzer Sommerkonzerten mit scharfen Rhythmen. Bild: Tietz

Feierlich erklingt im Garten des Wurzer Pfarrhofs "Adagio und Fuge g-moll" von Franz Xaver Richter. Ein gelungener Auftakt, fein abgestimmt, sowohl im verhaltenen Adagio als auch in der schwungvollen Doppelfuge. Das "Josef Suk Ensemble" aus Tschechien erweist dem spätbarocken Tonschöpfer bei den Sommerkonzerten verdiente Ehre.

Marie Fuxová und Jana Vonásková (Violinen), Zbynek Padourek (Viola), Jitka Vlasánková (Violoncello), Jiri Valente (Kontrabass) und Martin Levický am Cembalo gestalten den Beginn des Abends in so reiner und festlicher Klangwirkung, dass man auch auf die folgenden Werke gespannt ist. Mit Recht, denn schon der rhythmische Auftakt des Oboenkonzerts g-moll von Georg Friedrich Händel zieht die Zuhörer in seinen Bann. Noch dazu, weil Jan Adamus sich als souveräner Meister seines Blasinstruments erweist.

Tiefe Stimmen

Ob schnell oder langsam, immer treffen die Interpreten in dem viersätzigen Werk den Kern der musikalischen Aussage. Von Antonio Vivaldi folgt das Cellokonzert F-Dur RV 410. Jitka Vlasánková zeigt sich von ihrer spielfreudigsten Seite, sowohl was Virtuosität in den Ecksätzen, als auch was Melodiegestaltung im nur von den tiefen Stimmen getragenen Mittelsatz betrifft. Ein weiteres Oboenkonzert schließt sich an, das in C-Dur von Carlo Besozzi, einem kaum bekannten spätbarocken Meister. Flott und mit Verve zieht der 1. Satz vorbei. Nicht nur die Oboe, auch die Geigen haben schnelle Läufe zu absolvieren. Die hochvirtuose Kadenz aber bewältigt der Oboist allein. Auf ein gefühlvolles Andante, das dem Blasinstrument eine lange Melodie beschert, folgt ein nicht zu schnelles Allegretto, das der Oboe jede Menge gestalterischer Tonfolgen bietet, was Jan Adamus für exquisite musikalische Aussagen nutzt.

Nach der Pause die "Suite G-Dur" von Johann Ludwig Bach, des "Meininger Bachs". Eine scharf punktierte "Ouvertüre" enthält einen Tanz im ¾ Takt, dann folgt mit "Vite" ein schnelles Zwischenstück, ein "Air" deutet eine schwebende Melodie an. Ein "Menuett" ohne Ruhepunkt folgt, eine "Gavotte" gleicher Qualität schließt sich an. Und noch ein "Air", sogar mit kurzem Bratschensolo von Zbynek Padourek. Schließlich ein "Bourée" als schneller Endpunkt.

Lange Oboentöne

Kurze aber eindrucksvolle Sätze. Dann spielt der Oboist wieder mit. Erst beim Oboenkonzert op 9/2 von Tomaso Albinoni. Scharfe Rhythmen prägen das "Allegro e non presto". Wenn schon der Komponist meint, man solle nicht zu schnell spielen, erfolgt die Interpretation des "Josef Suk Ensembles" in genau richtigem Tempo. Lang gehaltene Oboentöne, die der Solist sehr schön gestaltet, charakterisieren das "Adagio". Den Schlusssatz geht man flott an. Die Streicher bestimmen den Charakter, die Oboe festigt mit ihren Zwischenspielen die Gesamtstimmung. Zum Schluss von Antonio Vivaldi das Konzert B-Dur für Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo. Ein lebhafter Anfangssatz, ein gesangliches Largo, ein forsches Finale wird von beiden Solisten, Jan Adamus und Jana Vonásková, sowohl mit virtuosen Einlagen als auch melodiösen Passagen geprägt. Ein furioses Ende des Programms.

Als Zugabe erklingt nochmals die "Gavotte" aus der Suite G-Dur von Johann Ludwig Bach. Die absolut gelungene Darbietung aller Werke wird sogar vom Wetter unterstützt, indem es mit gemäßigter Temperatur die Konzentration der Künstler auf die Musik fördert.
Weitere Beiträge zu den Themen: Wurz (793)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.