Bonn.
Kulturnotizen Speicherstadt ist jetzt "Welterbe"

(dpa) Jubel in Hamburg und neue Hoffnung für Naumburg: Die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel sind das 40. Welterbe Deutschlands. Das Unesco-Welterbekomitee beschloss die Aufnahme am Sonntag bei seiner Tagung in Bonn.

Der Naumburger Dom als weitere deutsche Bewerbung bekommt nach einer Zitterpartie eine zweite Chance, von der UN-Kulturorganisation als einzigartige kulturelle Stätte aufgenommen zu werden. Zwar lehnte das Welterbekomitee die Aufnahme von Naumburger Dom und hochmittelalterlicher Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut ab. Aber die Antragsteller dürfen ihre Bewerbung umfassend überarbeiten und frühestens im Februar 2016 wieder einreichen.

Mit langem Applaus und einer langen Gratulantenschlange feierten die Delegierten des Welterbe-Komitees die Aufnahme der Hamburger Speicherstadt in das prestigereiche Welterbe-Verzeichnis. Sie gilt als das größte zusammenhängende und einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, sagte als Vorsitzende des Unesco-Welterbekomitees: "Das ist ein großer Tag für Hamburg." Der Komplex stehe für die Weltoffenheit der Hansestadt und die deutsche Kaufmannstradition. Die Speicherstadt werde nicht nur als Denkmal konserviert, sondern Tag für Tag mit Leben erfüllt.

Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Verena Metze-Mangold, erklärte, die Speicherstadt stehe nun in "einer Reihe mit den Pyramiden Ägyptens, dem Mont Saint-Michel, dem Tadsch Mahal, oder der Inkastadt Machu Picchu."

Gebaut wurde die Speicherstadt zwischen 1885 und 1927 auf einer Inselgruppe in der Elbe. Sie besteht aus 15 Backsteinbauten in neogotischer Architektur. Die Lagerhäuser und kleine Nebengebäude sind durch Straßen, Wasserstraßen und Brücken miteinander verbunden. Das benachbarte Kontorhausviertel wurde zwischen 1920 und 1940 erbaut.
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