Chef im Kran

Manche sind sehr hoch, andere sehr schwer. Fast alle sind sehr stark. Kräne sind im Alltag ziemlich wichtig. Genau wie die Menschen, die den Kran bedienen. Wir haben einen Kranführer bei der Arbeit besucht.

"Der ist ja riiiiiiiesig!" Das sagen die Menschen oft, wenn sie das Arbeitsgerät von Markus Knabe sehen. Es ist ein Raupenkran. Sein Name lautet LR 1600/2. Bei diesem Kran liegt das Führerhaus nur wenige Meter über dem Boden.

Markus Knabe wirkt neben dem Kran wie ein Zwerg. Dabei ist er ganz normal groß. Als Kranführer arbeitet er schon seit 16 Jahren. Wenn er in dem großen Spezial-Kran sitzt, ist das aber auch für ihn etwas Besonderes: "Das ist einer der größten Raupenkrane, die es überhaupt gibt", sagt er.

Extra Gegengewichte

Um das Gerät in Einzelteilen zu einer Baustelle zu bringen, braucht man viele Lastwagen. Weil der Kran so schwere Lasten transportiert, benötigt man auch extra schwere Gegengewichte. Das sind große Brocken aus Beton, die mit dem Kran verbunden sind. Sie sorgen dafür, dass der Riese nicht umkippt.

Im Führerhaus sitzt der Kranführer auf einem großen Sessel. An den Armlehnen sind vorn kleine Steuerhebel. Vor dem Sessel befinden sich mehrere Monitore. Sie zeigen genau an, wie schwer die Last ist, die der Kran heben muss. Der Kranführer kann über kleinere Bildschirme verfolgen, was die Kontrollkameras des Krans hoch über der Baustelle aufnehmen.

Auf den Millimeter

Manchmal muss der Kranführer ein Maschinenteil auf den Millimeter genau platzieren. Dabei helfen fast immer Kollegen, die zum Beispiel an der Baugrube stehen. Sie haben ein Funkgerät und können dem Kranführer Kommandos geben: links, rechts, tiefer, höher. "Sie sind so etwas wie die Augen und Ohren des Kranführers", sagt Markus Knabe. Erklären kann er das alles aber erst, wenn er eine kleine Pause macht. Während er den Kran bedient, ist er hoch konzentriert.

Mit dem Raupenkran erledigt der Kranführer besonders kniffelige Aufgaben. Zum Beispiel eine Eisenbahnbrücke über ein Tal bauen. Oder Windkraftanlagen zusammensetzen. Markus Knabe hat mit dem Raupenkran sogar die Turmspitze vom Mainzer Dom zur Erde gehoben. Sie musste erneuert werden. Bei solchen Einsätzen hat der Kranführer manchmal richtig viel Publikum: Leute stehen dabei, staunen über den riesigen Kran. Und klatschen Beifall, wenn alles rund läuft. (dpa)
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