Das "Renner Ensemble Regensburg" gestaltet in der Stadtpfarrkirche Schönsee ein gelungenes ...
Feinst ausgewogener Stimmenklang

Das "Renner Ensemble Regensburg" unter der Leitung von Hans Pritschet lieferte in der Stadtpfarrkirche in Schönsee ein präzise gesungenes Weihnachtskonzert. Bild: Tietz
Schönsee.Alle Plätze in der Stadtpfarrkirche waren am Sonntagnachmittag von erwartungsvollen Leuten besetzt, als das "Renner Ensemble Regensburg" in der Kirche zum Altarraum vorging. Ein Männerchor in der Besetzung Tenor 1 und 2, Bariton und Bass, der mit dem "Ave Maria" von Franz Biebl (1906-2001) getragen und feierlich in schön gestalteten Tönen die Vortragsfolge eröffnete. Hans Pritschet leitete immer präzise.

Renaissance trifft Moderne

Auf diese fast zeitgenössische und dennoch tonale Musik folgte ein Renaissance-Werk. "Alma Redemptoris Mater" von Tomás Luis de Victoria (1548-1611) lebt von fugierten Einsätzen, die in die Hauptaussage münden und Marias Bedeutung als Mutter des Erlösers erläutern. Das vollzog der Chor in überzeugender Weise. Ein weiterer Komponist aus dieser Zeit folgte. Jacob Handl (1550-1591) schrieb "O magnum mysterium" als kurze und bündige Darstellung des Wunders der Geburt Christi. Das Wunder stimmlich darzustellen, vermochte der Chor in tadelloser Weise.

Das Werk eines modernen Tonschöpfers schloss sich an. "Gloria" von Ko Matsushita zeigte in scharfen fugierten Rhythmen wie in gemeinsamen Sangesfolgen die Bedeutung der Menschwerdung Christi für die Erlösung der Menschheit. Eine glanzvolle Leistung des Chores! Längst nicht so kompliziert in Form und Aussage wurde das "Friedenslied" von Johann Michael Haydn (1737-1806) empfunden. Dafür sehr melodiös, vor allem in der Sangesweise des Renner Ensembles. Ein weiteres kurzes Musikstück schloss sich an: "Pax vobiscum" von Franz Liszt (1811-1886) besteht aus Solovortrag und anschließender Chorwiederholung eines Menschheitstraums vom Frieden.

Auch Ivan Moody (geboren 1964) hat in "Supplication for Peace" darum gebeten. Als inständige Bitte klingt der Chorgesang in diesem Stück. Dann gönnte sich der Chor eine kurze Sangespause. Martin Ebenhöch spielte derweil auf der Kirchenorgel zwei Solostücke, die vom Charakter her gut zur gesungenen Musik passten. Von Johann Gabriel Rheinberger (1837-1901) erklang das "andante Pastorale" op 98/2 in ruhiger Weise, von Alexandre Guilmant (1837-1911) ertönte "Introduction et Variations sur un ancien noel polonais" op 60 in sowohl hektischer wie meditativer Darstellung.

Von der Empore herab sang das Ensemble anschließend das "Kyrie" aus der "Deutschen Messe" von Charles Gounod (1818-1893) und "Benedictus" sowie "Agnus Dei" aus der Messe op 190 von Rheinberger in ergreifender Stimmung und wurde dabei von der Orgel unterstützt. Auch das folgende Lied bedurfte einer Orgelbegleitung. Howard Goodall hat den Psalm 23, "The Lord is my shepard", in gesanglicher Weise vertont. Das Werk erklang von oben wie ein Sicherheitsversprechen durch Gott.

Daraufhin trat der Chor wieder vor dem Altarraum auf und sang "Ubi caritas" von Ola Gjello in berührender Weise. Fünf Weihnachtslieder in moderner Version folgten. "Lieb Nachtigall, wach auf" und "Auf dem Berge da gehet der Wind" hat Bernd Englbrecht (geboren 1968) neu gesetzt, den Liedern "Maria durch ein Dornwald ging", "O Heiland, reiß die Himmel auf" und "Es ist ein Ros entsprungen" hatte sich Hans Pritschet (geboren 1958) angenommen.

Reiner Gesang

Allen Liedern gemeinsam ist die melodiöse weihevolle Stimmung, die im Gesang des Männerquartetts von bestens geeigneten Stimmen vorgetragen wurde. Der Song "Go, tell it on the mountain" von Vijay Singh (geboren 1963), ein Loblied auf Christi Geburt, schloss ein Konzertprogramm, das den eigentlichen Sinn der Weihnachtszeit punktgenau zum Ausdruck brachte. Auch die beiden Zugaben erwiesen reinen Gesang.
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