Der 25-jährige Christoph Übler war zu jung um seine Stammzellen zu spenden, aber er ...
Christoph Übler hat im Jahr 2009 für einen Amerikaner Stammzellen gespendet

Christoph Übler macht seit Tagen fleißig Werbung für die Typisierungsaktion am Sonntag in Eschenfelden. Bild: hfz

Die Typisierungsaktion am Sonntag, 26. Juli, im evangelischen Gemeindehaus ist einem der Organisatoren eine besondere Herzensangelegenheit: Christoph Übler (25). Er hat im Jahr 2009 selbst schon Stammzellen für einen Amerikaner gespendet.

Übler ist seit Mai 2007 in der weltweiten Datenbank. Er ging zur Typisierung wegen seiner Arbeitskollegin Martina, die an Leukämie erkrankt war. Eigentlich durfte er sich noch gar nicht aufnehmen lassen, aber die Sache war ihm so wichtig, dass er einen kleinen Trick anwandte. Ein 40-jähriger Amerikaner ist ihm wohl sehr dankbar dafür, dass er ein wenig schummelte, denn zwei Jahre nach der Typisierung in Hartmannshof wurde Übler dringend als Spender angefordert.

Es beginnt beim Hausarzt

Zuerst, so erinnert sich der Eggenberger, "musste ich zum Hausarzt und einige Röhrchen Blut abgeben und an ein Labor schicken. Schnell war klar, dass ich als Spender infrage komme. Die Freude war natürlich riesig, schließlich habe ich mir zwei Jahre vorher genau überlegt, dass ich das auch machen will, wenn ich infrage komme. Der Anlass war zwar meine Kollegin, aber im Grunde ist es egal, wem man helfen darf."

Arbeitgeber zieht voll mit

Die Transplantation geschah im Dezember 2009. In der Nähe des Klinikums in Nürnberg rückte Übler am Vortag in ein Hotel ein. Sein Ausbildungsbetrieb übernahm sogar die Hotelkosten und gab ihm Sonderurlaub. Normalerweise übernimmt diese Kosten auch die Knochenmarkspender-Datenbank.

Mit einem Stapel DVDs nahm Übler auf dem Abnahmestuhl Platz. Da er Stammzellen spenden musste, bekam er in jeden Arm einen Zugang. Das Ganze funktioniert wie bei einer Dialyse. Aus einer Vene läuft das Blut raus, die Stammzellen werden rausgefiltert, und auf der anderen Seite läuft das Blut wieder rein. Das ist zwar etwas langwierig, aber gar nicht schmerzhaft. Nach einigen Stunden war die Sache vorbei, Christoph Übler durfte wieder nach Hause fahren. "Für mich war es überhaupt kein Akt, ich würde das jederzeit wieder machen", sagt er. Für ihn stand danach fest: Es müssen noch viel mehr Leute in diese weltweite Datenbank. Unterstützt wurde er bei seinen Plänen von der Kirwagemeinschaft Eschenfelden und der Jungen Union Hirschbach-Königstein. Dort ist Christoph Übler jeweils Mitglied im Vorstand.

Mit Hilfe für Anja

Da er und seine Mitstreiter schon seit geraumer Zeit die Arbeit des Kirchenthumbacher Vereins Hilfe für Anja verfolgten, entschlossen sie sich, Kontakt aufzunehmen. Schon beim ersten Treffen war die Idee geboren, eine Typisierungsaktion in Eschenfelden zu machen. Nun hoffen alle Beteiligten, dass sich viele Leute morgen auf den Weg nach Eschenfelden machen, um sich für die weltweite Datenbank registrieren zu lassen. Alle, die bereits typisiert sind, egal in welcher Datenbank, müssen sich nicht mehr registrieren lassen. Die Veranstalter würden sich aber trotzdem freuen, wenn viele zur Typisierung kommen, da um die Aktion ein Sommerfest mit Weißwurstfrühschoppen, Gegrilltem sowie Kaffee und Kuchen stattfindet, damit auch ein wenig die entstehenden Kosten gedeckt werden. Der Verein Hilfe für Anja muss für die Auswertung jeder einzelnen Probe 50 Euro bezahlen und ist daher auf Spenden angewiesen. Bei der Ersttypisierung wird übrigens inzwischen auf eine Blutentnahme verzichtet. Die Typisierung erfolgt durch einen Watteabstrich an der Wangenseite.

Christoph Übler wird regelmäßig über den Zustand seines genetischen "amerikanischen Bruders" informiert. Er ist zwar immer noch in Behandlung und kämpft mit seiner Krankheit, aber er darf leben, weil ein junger Mann aus Bayern eine weltumspannende Hilfsbereitschaft gezeigt hat.

Heute schon ab 17

Übrigens: Heute nimmt der Verein Hilfe für Anja die Leute schon ab 17 Jahren in die Spenderdatei auf. Ab dem 18. Geburtstag steht man dann auch der weltweiten Datenbank zur Verfügung.
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