"Der kleine Prinz" kommt im Kino

"Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry ist ein Welterfolg. Nun kommt ein Film ins Kino, der den Zauber der Geschichte auf die Leinwand bringt. Ein wunderschönes Filmkunstwerk, das zu Herzen geht.

München. "Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Das ist der wohl berühmteste Satz aus Antoine de Saint-Exupérys Kinderbüchlein "Der kleine Prinz". Mehrfach wurde sie schon verfilmt, auch als TV-Serie. Nun hat sich der US-Regisseur Mark Osborne ("Kung Fu Panda") an das berühmte Stück französischer Literatur gewagt. Sein Kinowerk ist liebevoll animiert und wunderschön erzählt, mal komisch und mal melancholisch. Ein kleines Filmkunstwerk, das zu Herzen geht und kleine wie große Zuschauer verzaubert.

Fantastische Reise


Eingebettet ist die Geschichte in eine Rahmenhandlung: Ein Mädchen ist in den Sommerferien zum Pauken verdammt. Es soll an einer Eliteschule aufgenommen werden. Ein Leben zwischen Erfolg und Effizienz. Doch der strikte Lernplan der ehrgeizigen Mutter gerät durcheinander, als die Tochter sich mit dem Nachbarn anfreundet, einem alten verschrobenen Mann in einem verwinkelten Haus mit einem klapprigen Flugzeug im Garten. Die Kleine ist fasziniert von seinen Geschichten über einen Prinzen, den er bei einer Notlandung in der Wüste kennengelernt hat. Heimlich lässt sie ihre Bücher im Stich und lauscht gebannt den Erzählungen von einer wundersamen Begegnung und ihrem traurigen Ende.

Nur mit einem will sich das Mädchen nicht abfinden: Dass der heimwehkranke Prinz sich von der gefährlichen Giftschlange beißen lässt. Hier schreibt der Film die Geschichte des Buches fort. Die Kleine ist fest überzeugt, dass der Prinz noch irgendwo lebt. Mutig geht sie selbst auf eine fantastische Reise zu fernen Planeten, um ihn zu finden.

Osborne gelingt das Kunststück, die Poesie und Melancholie des weltweit mehr als 145 Millionen Mal verkauften Buches auf die Leinwand zu bringen. Wie der Autor beschwört er den Zauber der Kindheit. "Wahrscheinlich ist die Welt einfach zu erwachsen geworden", stellt der alte Mann im Film ernüchtert fest. Seine Erzählungen und Zeichnungen sind ein Gegenentwurf zum Streben nach Perfektionismus. Vielleicht nimmt sich der Film etwas viel Zeit, um die Ziele der Mutter einzuführen, die nichts dem Zufall überlässt, wenn es um ihre Tochter geht. Doch spätestens wenn das Mädchen in die abenteuerliche Geschichte eintaucht und selbst Planeten und Asteroiden mit ihren verrückten Bewohnern erkundet, ist der Zauber wieder da.

In Stop Motion gedreht


Was den Kinofilm so poetisch macht, ist nicht nur die Geschichte. Es sind vor allem auch die Bilder, vorwiegend in 3D animiert. Dazwischen gibt es wunderbare Sequenzen aus der Welt des kleinen Prinzen, mit kunstvollen Papierfiguren, die in Stop-Motion-Technik in Szene gesetzt wurden, unterlegt mit wunderschöner Musik des berühmten Hollywood-Komponisten und Oscar-Preisträgers Hans Zimmer.

Am Ende des Films ist es ein bisschen so, als würde man aus einem Traum erwachen, und in den man jederzeit zurückkehren kann, so wie es der alte Mann seiner kleinen Freundin mit auf den Weg gibt: "Wenn du mit dem Herzen siehst, werde ich immer bei dir sein".

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Regie: Mark Osborne - Mit den Stimmen von Til Schweiger und Matthias Schweighöfer - Musik: Hans Zimmer und Richard Harvey - 105 Minuten - Ohne Altersbeschränkung - Im Internet: www.derkleineprinz-film.de

Die Geschichte des BuchautorsAntoine de Saint-Exupéry (1900 bis 1944) war ein leidenschaftlicher Flieger. Auf seinen Touren rettete er Bruchpiloten in Not, überquerte den Atlantik oder flog nach Asien. 1935 dann ein Unglück: Der Franzose stürzte über der Sahara ab und saß mehrere Tage lang in der Wüste fest - eine einschneidende Erfahrung, die er in dem Buch "Wind, Sand und Sterne" verarbeitete. Sein berühmtestes Werk ist "Der kleine Prinz". Das Buch erschien 1943 in New York und wurde ein weltweiter Bestseller mit einer Auflage von mehr als 80 Millionen.

Am 31. Juli 1944 hob Saint-Exupéry von Korsika aus zu seinem letzten Flug ab. Sein Schicksal war mehr als 50 Jahre lang unklar - er verschwand so wie der Prinz. Der verzehrt sich vor Sehnsucht nach seinem Asteroiden und seiner geliebten Rose und glaubt, dass er durch den Biss einer Giftschlange dorthin zurück kehren kann. "Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein", sagt er.

Geht es nach seinen Lesern, ist Saint-Exupéry noch nicht weg, auch wenn das Wrack seiner Maschine im Jahr 2000 seinen Tod bestätigte. Doch in dem kleinen Prinzen lebt er fort, vor allem in den vielen Zitaten: "Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen (aber wenige erinnern sich daran)". (dpa)
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