"Der sakrale Zyklus": Sonderausstellung im Ludwig-Gebhard-Museum
Sakrale Symbole in großer Stilvielfalt

Blank polierte Bronze oder mit dunkler Patina: Auch Skulpturen des Künstlers befassen sich mit dem Thema der Ausstellung. Bild: Otto
Die Grafiken und Plastiken von Ludwig Gebhard begeistern Kunstfreunde in ganz Deutschland und darüber hinaus. In seinem Geburtsort Tiefenbach ist ihm in seinem ehemaligen Schulhaus ein Museum gewidmet, in dem jährlich besondere Werkgruppen mit einer Sonderausstellung vorgestellt werden. Am Samstag eröffnete die Witwe des Künstlers eine Werkschau, übertitelt mit: "Der Sakrale Zyklus".

Neuartige Betrachtung

Die Werke Gebhards in ungewöhnlich starker Stilvielfalt sind international bekannt. Die Radierungen, Zeichnungen, Grafiken und Plastiken werden in hochkarätig besetzten Museen gezeigt - wie unter anderem in der Albertina in Wien, im Kupferstichkabinett Basel, in der Pinakothek der Moderne und in der Staatlichen Grafischen Sammlung, München. Dennoch: Der Künstler verlor nie den Bezug zur Oberpfalz. Seine Witwe führt diese Verbindung fort. Die Laudatio sprach am Samstag der Münchener Künstler Reinhard Fritz, der die Gäste auf die neuen Exponate einstimmte. "Wie geht ein Künstler eigentlich mit sakralen Themen um?", fragte er. Im Allgemeinen nicht anders als bei profanen Themen, bei denen er bekannte Realitäten durch die eigene Subjektivität verfremde und damit eine völlig neuartige Betrachtung schaffte.

So sei die Kreuzform für Ludwig Gebhard Inspiration und Ausgangspunkt künstlerischer Kreativität gewesen - interpretiert auf unterschiedliche Art und Weise. Einmal streng geometrisch als Bildstruktur mit lediglich leicht nach oben verschobenen Querbalken, einmal aus der Symmetrieachse gekippt und schräg dargestellt.

Mal üppig und bunt, mal minimalistisch in Bleistiftskizzen. Andere bekannte christliche Symbole, die Gebhard verarbeite, seien die Himmelsleiter des biblischen Jakob und Gottesaugen, sagt Fritz. Die Handzeichnungen von Ludwig Gebhard mit verschiedenen Bleistiftstärken von Stahlgrau bis Dunkelgraphit erhielten im Zusammenhang mit dem "Sakralen Zyklus" eine ganz andere Deutungsmöglichkeit. Man spüre die stundenlange Beschäftigung mit feinen, allerfeinsten, aber auch kräftigen und dunklen Strichlagen. "Dieser Aufwand kommt mir fast wie eine rituelle Handlung vor."

Fast wie rituelle Handlung

Die Ausstellung zeige auch Meisterwerke der Skulpturenkunst Gebhards, wie beispielsweise einen weiblichen Torso oder ein Arrangement von Stelen unterschiedlicher Länge. "Da gibt es die Köpfe in glänzendem Bronzeguss, auf der anderen Seite erzeugt der Künstler eine Patina, um die Skulpturen wie ein Fundstück, alt aussehen zu lassen."

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Geöffnet ist die Ausstellung im Ludwig-Gebhard-Museum an den Sonntagen 17. Mai, 7. Juni, 5. Juli, 2. August, 6. und 13. September jeweils von 14 bis 16 Uhr oder auf Anfrage.
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