Diagnose AML: Heilung von schlimmster Form der Leukämie
Knochenmarkspende rettet Anna-Maria

Das ist Anna-Maria Sperber heute: Die 17-Jährige ist gesund, genießt ihr Leben und wird kaum noch an ihre Leukämie erinnert. Die junge Frau muss keine Medikamente mehr nehmen, aber einmal im Jahr zur Kontrolle der Blutwerte. Bild: Kosarew

(tk) Anna-Maria ist 21 Monate alt, als ihre Eltern die schreckliche Diagnose erhalten: AML, also die aggressivste Form der Leukämie. "Ihr Kind gleicht einer tickenden Zeitbombe", sagen die Ärzte in Erlangen. Aber die Chemo wirkt und ein Knochenmarkspender ist auch bald gefunden. Heute ist Anna-Maria 17 Jahre alt, geheilt, glücklich und das blühende Leben.

Winzige Berührungen reichten oft aus, und schon bildeten sich auf dem Körper des Mädchens blaue Flecken und Blutergüsse. "Ich war auch immer sehr blass", zitiert Anna-Maria Aussagen ihrer Eltern, die damals mit ihrem Kind ins Klinikum gingen und dort die niederschmetternde Nachricht erhielten: Ihr Kind leidet unter einer Akuten Myelosischen Leukämie. Blutkrebs wird in sieben Schweregraden eingeteilt, Anna-Maria hatte den höchsten. Sofort ging es nach Erlangen in eine Spezialklinik für kranke Kinder.

Jede Infektion gefährlich

"Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern", sagt die Decker-Schülerin heute und ergänzt: "Ich kenne halt die Fotos und die Erzählungen meiner Eltern." Die wissen noch alles, als ob es gestern gewesen wäre. Drei besonders hochdosierte Chemotherapien blieben damals nicht ohne Nebenwirkungen: Das Mädchen wurde immer schwächer. Die Schleimhäute in Mund und Darm wurden zerstört, Haare, Wimpern und Fingernägel fielen aus. Anna-Maria hatte starke Schmerzen und ihr Immunsystem ließ von Tag zu Tag zusehends nach.

Kleinste Infektion lebensgefährlich

Selbst die kleinste Infektion konnte lebensgefährlich sein. Das Mädchen war isoliert und musste ins Quarantäne-Zelt. Mama Angela und Papa Thomas durften ihren Liebling nicht mehr berühren. Es war die schlimmste Zeit im Leben der Sperbers. Nur Puppe Susi durfte ständig in Anna-Marias Nähe sein. Drei Monate später, zwei Tage vor dem zweiten Geburtstag, die erlösende Nachricht: "Ein passende Spender ist gefunden. Er hat sich wegen eines anderen Leukämie-Falls typisieren lassen, aber nicht gepasst.

Für mich hat er aber dann gepasst", erzählt Anna-Maria mit einem Lächeln, wie es nur eine junge Frau haben kann, die weiß, wie viel Glück sie hatte. Bereits zwölf Tage nach der Transplantation zeigte sich: Das gespendete Knochenmark wächst an. Anna-Maria lebte und wurde ganz gesund. Dank eines dreifachen Familienvaters aus Traunstein, der sich damals hatte typisieren lassen und zu dem die Sperbers auch 15 Jahre später noch immer regelmäßig Kontakt haben.

Ein ganz normales Leben

Wenn die 17-jährige Schülerin heute das Wort Leukämie hört, bekommt sie manchmal ein eigenartiges Gefühl, mehr aber auch nicht, denn: "Ich habe das damals so nicht wirklich erlebt." Aus der Zweijährigen, die nicht wissen konnte, was mit ihr geschieht, ist eine Frau geworden, die ein ganz normales Leben führt: "So, als ob nie was gewesen wäre."
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