"Donau-Philharmonie Wien" präsentiert im Neujahrskonzert "Ungarische Leidenschaften" - ACC ...
Operette trifft auf Marschmusik

Beim Neujahrskonzert im Amberger Congress-Centrum gab die "Donau-Philharmonie Wien" ungarische Leidenschaften zum Besten. Bild: Huber
Amberg.Wie vor zwei Jahren schon wandelt das Orchester "Donau Philharmonie Wien" nicht auf den "ausgetretenen Pfaden" der üblichen Programme, sondern präsentiert ein Programm aus bekannten Operettenmelodien und weniger bekannten Orchesterwerken. Diesmal hat man sogar den Mut, den sonst als Zugabe üblichen "Radetzky-Marsch" durch ein anderes, nicht weniger effektvolles Stück zu ersetzen.

Sicherer Dirigent

Die "Donau-Philharmonie" - das ist ein Orchester, dessen Musiker aus Österreich, Deutschland, Ungarn und der Slowakei stammen und die in dieser "Kombination" das Verbindende der Donau repräsentieren. In Amberg überzeugen sie mit exzellenten Hörnern, brillanten Holzbläsern, geschmeidigen Streichern, haben Trompeten in ihren Reihen, die (besonders bei den Auftritten der Sängerin) oft zu laut sind. Ihr Dirigent Manfred Müssauer stellt sich dabei als souveräner Leiter seines Orchesters vor, der mit engagiertem, aber nie überzogenem Dirigat sein Orchester sicher führt. Er ist ein charmanter, humorvoll plaudernder Moderator, der die einzelnen Werke und seine Gesangssolisten in sympathischer Form dem Publikum nahebringt.

Bei den Gesangssolisten gibt es ein "Wiederhören" mit dem Bass-Bariton Steven Scheschareg, der bereits vor zwei Jahren beim Neujahrskonzert beeindruckte. Seine Partnerin ist die Sopranistin Heidi Manser, die besonders in ihren Auftritten mit Szenen und Duetten aus Operetten ihren stimmlichen Charme versprüht und mit ihrer starken Präsentation beim Auftritt der Silvia Varescu aus Kálmáns "Csárdásfürstin" im strahlenden hohen C sogar den (unsensiblen) Trompeten standhält.

Es sind unterschiedliche "Leidenschaften", die die "Donau-Philharmonie" im Gepäck hat. Ein mitreißender Teufelstanz von Josef Hellmesberger wird mit riesigem Beifall bedacht, ebenso der "Nechledil-Marsch" von Franz Lehár, bei dem das Publikum (als Kompensation zum fehlenden "Radetzky"?) mitklatschen darf. Es stehen jedoch auch die eher verhaltenen, intimen "Orchesterlieder für Sopran" von Franz Liszt auf dem Programm. "Bist du mild wie ein Lufthauch" und "O, quand je dors" sind Lieder voller Sensibilität, großer Ausdrucksdichte und hoher sängerischer Anforderungen. Heidi Manser kann viele dieser immanenten Schönheiten gestalten, wird aber durch das oft zu dominant agierende Orchester zu forcierendem, mit starkem Tremolo belegten Singen animiert, was der Präsentation nicht zuträglich ist.

Aber es sind doch die Melodien aus Operetten und die schwungvollen Orchesterstücke, die letztlich das Publikum begeistern können. Die "Waldmeister-Ouvertüre" von Strauss, ein schwungvoller "Ungarischer Bolero" von Josef Lanner und der "Doctrinen-Walzer" von Eduard Strauss sorgen für unbeschwerte, heitere Stimmung. Und bei "Csárdásfürstin" und "Zigeunerbaron" kann man singend ja nur glänzen. Das tun Heidi Manser und Steven Scheschareg zur Freude der Besucher bei Kálmáns "Weißt Du es noch" und (noch besser) bei "Machen wir's den Schwalben nach" ebenso wie im schönen "Zigeunerbaron"-Duett "Wer uns getraut". Da ergänzt sich die warme, geschmeidige Stimme der Sopranistin, die besonders in der zweiten Oktave Kraft und Glanz ausstrahlt, mit dem voluminösen, kräftigen Bariton von Steven Scheschareg, dessen mühelose, fast tenorale Höhen beeindrucken.

Gesangliches Potenzial

Er kann auch bei einer "musikalischen Rarität", wie Dirigent Müssauer erläutert, nämlich einer Arie aus der Operette "Fürstin Ninetta" von Johann Strauss, sein gesamtes sängerisches Potenzial begeisternd präsentieren. Natürlich gibt es am Ende Zugaben. Mit "Gehen wir ins Chambre séparée" aus Heubergers "Opernball" verabschieden sich die Solisten schön singend von ihrem Publikum. Ein fetziger Marsch beschließt das mit großem Beifall bedachte Neujahrskonzert.
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