Doppelausstellung in Nürnberg und Tschechien
Kaiser Karl IV. im Mittelpunkt

Das offizielle Plakat zur Ausstellung in Prag und Nürnberg. Bild: HDBG
 
Die Deckelschale aus Bergkristall für den Schleier Mariens gehört zum Domschatz des Prager Metropolitankapitels St. Veit. Bild: Jan Gloc

Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des Spätmittelalters, als "Kaiser des Schwertes und der Feder" - in einer Doppelausstellung wollen nun Bayern und Tschechien an Kaiser Karl IV. erinnern. Ein Heer von Wissenschaftlern bereitet die Schau zurzeit vor, im Mai geht es los.

Nürnberg/Prag. (dpa/tsa) Mit einer Doppelausstellung wollen Museen in Nürnberg und Prag anlässlich des 700. Geburtstages in diesem Jahr an das Leben und Wirken Kaiser Karls IV. (1316-1378) erinnern. Die Ausstellung "Karl IV. Prag/Nürnberg" wird zunächst im Sommer in der Wallenstein-Reithalle in Prag gezeigt. Im Herbst ist sie in erweitertem Rahmen im Germanischen Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg zu sehen, kündigte Generaldirektor Ulrich Großmann am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresprogramms an.

Insgesamt sind in beiden Ausstellungen rund 150 hochrangige Kunstwerke, Urkunden, kulturhistorische Zeugnisse und Alltagsgegenstände aus der Zeit Karls IV. zu sehen. Die meisten stammten aus der Prager Nationalgalerie und den Depots des Germanischen Nationalmuseums. Darüber hinaus werden Leihgaben internationaler Museen gezeigt.

Goldene Bulle in Prag


Die bedeutendste Leihgabe ist die originalgetreue Nachbildung der Reichskrone aus Aachen. Neben einem Exemplar der Goldenen Bulle bekommen Besucher aber auch Kunstwerke aus dem Prager Domschatz oder bedeutende Handschriften zu sehen, hatte der Leiter der Nationalgalerie in Prag, Jiri Fajt, berichtet. In Prag ist die Ausstellung zugleich Teil der Feierlichkeiten, mit denen Tschechien an den 700. Geburtstag Karls IV. erinnert. Das Begleitprogramm zur Ausstellung bietet ein vielfältiges Angebot an verschiedensten Veranstaltungen. Die Bandbreite reicht dabei von der Zeit Karls IV. bis zu Themen, die sich mit der bayerisch-tschechischen Zusammenarbeit bis in die Gegenwart befassen. Karl IV. und sein Wirken in der Oberpfalz und Franken stehen dabei im Mittelpunkt. Einen geografischen Schwerpunkt bilden die Orte entlang der Goldenen Straße, die durch ihre Zugehörigkeit zum ehemaligen "Neuböhmen" eine ganz besonders enge Verbindung zu dem Kaiser haben.

Oberpfalz involviert


Eine Reihe von Ausstellungsprojekten, thematischen Stadtführungen und Vorträgen lassen die Zeit des bedeutenden Herrschers lebendig werden, wie eine Ausstellung, die im Kloster Speinshart gezeigt wird. In Neustadt an der Waldnaab werden thematische Führungen angeboten. Der Geschichtspark und die Stadt Bärnau bieten zusammen mit Neustadt und Weiden ein interkommunales grenzübergreifendes Programm an, bei dem sich auf tschechischer Seite unter anderem die Städte Tachov und Kladruby beteiligen. Der böhmische König, dessen Kaiserkrönung im Jahr 1355 das Kaisertum erneuerte, gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des ausgehenden Mittelalters. Er sorgte in einer Krisen- und Umbruchzeit für einen Aufschwung von Architektur, Technik, Kunst und Kultur in den mit ihm verbundenen Reichs- und Bischofsstädten. In Prag gründete er die erste Universität Mitteleuropas. In Nürnberg, seinem zweithäufigsten Aufenthaltsort, förderte Karl IV. zahlreiche Stiftungen.

ServiceAusstellung in der Nationalgalerie Prag, Wallenstein-Reithalle:

Sonntag, 15. Mai bis Sonntag., 25. September

Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg:

Donnerstag, 20. Oktober bis Samstag, 5. März

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Weitere Informationen im Internet unter www.karliv.eu und www.hdbg.de/karl
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