Drama über den Kampf ums Wahlrecht
"Suffragette" startet im Kino

Berlin. Es gibt in diesem ohnehin recht aufwühlenden Film eine Szene, die zu den traurigsten dieses Kinowinters gehört: Protagonistin Maud Watts, gespielt von der Britin Carey Mulligan, muss da miterleben, wie ihr geliebter Sohn gegen ihren Willen von einem fremden Ehepaar adoptiert wird. Eine der vielen Entbehrungen, die die Frauen erleiden müssen, denen dieser Film ein beeindruckendes Denkmal setzt.

Es geht um die sogenannten Suffragetten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England um das Wahlrecht für Frauen streiten und mit teils militanten Mitteln kämpfen. An Mulligans Seite spielen in diesem von einer Frau (Sarah Gavron) inszenierten, von einer Frau geschriebenen und von Frauen produzierten Drama bekannte Darsteller wie Helena Bonham Carter, Brendan Gleeson und nicht zuletzt Meryl Streep. Carey Mulligan sticht allerdings heraus. Das liegt nicht nur daran, dass der Film ihr den größten Teil seiner Aufmerksamkeit schenkt. Die 30-jährige Britin überzeugt in wirklich jeder Szene mit ihrem nie auf- und doch stets eindringlichen Spiel.

Dass dies kein Film über ein rein historisches, ein abgeschlossenes Thema ist, macht "Suffragette" in seinem Abspann deutlich. Er zeigt eine Liste mit Ländern und dem jeweiligen Jahr, in dem diese das Wahlrecht für Frauen eingeführt haben. Die Liste reicht bis ins vergangene Jahr: 2015 durften Frauen in Saudi-Arabien erstmals an Wahlen teilnehmen. Und so handelt es sich bei diesem Film um mehr als nur ein historisches Drama. Das Werk ist genauso Unterhaltung wie eine tiefe Verbeugung vor der Leistung und den Entbehrungen der Suffragetten.

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Regie: Sarah Gavron - Mit Meryl Streep, Carey Mulligan, Ben Whishaw - Musik: Alexandre Desplat - 106 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Internet: www.suffragette-film.de
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