"Einzelstücke": Leerstand im Haas-Geschäft Pfreimd wird kreativ genutzt
Pfreimd im Schaufenster

Die Sängerinnen und Sänger des großen Chors lachen den Passanten als lustige Pappfiguren entgegen. Bild: Völkl

Aus der Not, die Leerstand heißt, eine Tugend machen: Drei kreative Köpfe zeigen mit ihrem Kulturprojekt "Einzelstücke", wie das geht.

Pfreimd. (cv) Noch heute trauern viele dem nostalgischen "Haas-Geschäft" hinterher. In der Eisenhandlung, die zugleich Kramerladen war, gab es vom "Abrazo" - der Duden nennt es "Reinigungskissen aus verseifter Stahlwolle" - über jede erdenkliche Schraube bis zum Malerpinsel einfach alles für Haus und Handwerk. Die Stadt Pfreimd hat das alte und das neue Haas-Haus in der Freyung erworben. Bis die Pläne für die weitere Verwendung des Gebäudekomplexes in trockenen Tüchern sind, wird noch einige Zeit vergehen. Doch der Leerstand in bester Lage ist alles andere als ein Aushängeschild.

Kreativ und produktiv

Warum in der Übergangszeit die großen, trist-leeren Schaufenster nicht für Pfreimder Vereine, Hobbykünstler, zur Verfügung stellen? In drei kreativen Köpfen begann es zu arbeiten: Stephanie Schmidt, Tine Hohl und Albert Most stehen hinter dem Projekt "Einzelstücke". "Wir möchten in Pfreimd das kulturelle und das kreativ-produktive Leben unterstützen", betont Stephanie Schmidt. Deshalb hat das Trio bei der Stadt vorgefühlt. Sein Ziel: Die Fenster wieder mit Leben füllen.

Die Idee kommt an: Ein Schaufenster zeigt Restaurationsarbeiten, daneben macht der große Chor der Musikschule mit originellen Pappfiguren auf das große Konzert am 8. November aufmerksam. Der Kirwaverein präsentiert sich mit Lebkuchenherz, Dirndl und Kirwa-Maß. Es gibt Motive mit herbstlichen Impressionen, Patchwork und Metallarbeiten - eine reizvolle Mischung, die viele Blicke auf sich zieht. "Uns freut es, wenn die Leute vor den Fenstern stehen bleiben", so die drei kreativen Freunde. Es gibt keinen festen Wechsel. Im Schnitt werden die Fenster so ein, zwei Monate gegen einen kleinen Obolus als Informationsplattform angemietet. Dankbar ist man etlichen Pfreimder Geschäftsleuten, die das Vorhaben unterstützten. Stephanie Schmid sieht es als Angebot von Pfreimdern für Pfreimder, für Sammler, Vereine und Gruppen, die sehenswerte Objekte haben.

Die beiden Fenster des alten Haas-Hauses sind dem letzten Besitzer Ulrich Haas und seiner Schwester Theresia gewidmet: Kittel, Kassenblöcke, die gusseiserne "flotte Lotte" neben Farbpulver: es ist wie ein Spaziergang durch die Zeit der Baumarkt-freien Kleinstädte, als es noch Geschäfte mit unzähligen Schüben und einzelnen Schrauben gab. Schmidt, Hohl und Most haben liebevoll alte Bilder und den Lebenslauf arrangiert, um an ein Stück Pfreimd zu erinnern.

Bei Interesse

Wer Interesse an einem Schaufenster hat, setzt sich mit Stephanie Schmidt, Telefon 09606/923631 oder schmidt.s. kreativ@t-online.de in Verbindung.
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