Elke Sommer spricht zu ihrem 75. Geburtstag über Erfolg
"Alles Zufall"

Elke Sommer, die "fränkische Pfarrerstochter", mit ihrer Mutter am Set des Films "Am Tag als der Regen kam" im Jahr 1959 in München. Bild: dpa
Blond, deutsch, anständig, Hollywood: Wer danach googelt, dürfte recht bald auf den Namen Elke Sommer stoßen. Entdeckt an einem Strand in Italien wurde sie zum Inbegriff einer ganzen Generation von Schauspielerinnen. Heute wird sie 75 Jahre alt.

Elke Sommer hat Schnupfen. Sie entschuldigt sich vor dem Gespräch vorsorglich dafür - es könne sein, dass sie gleich mal laut niesen müsse. So kommt es dann auch. Sommer hat sich in der Beletage von Hollywood bewegt und mit Stars wie Paul Newman, Kirk Douglas und Peter Sellers vor der Kamera gestanden. Ihr Schnupfen hat akustisch aber etwas ausgesprochen Bodenständiges für eine Frau, die zeitweise als die neue Monroe galt.

Strümpfe als Preis

Sommer strahlt noch jene Erdverbundenheit aus, die ihren Ruhm mitbegründet hat - auch noch vor ihrem 75. Geburtstag, den sie heute, 5. November, feiert. Wenn man sie nach dem Grund für ihre Karriere fragt, sagt sie allerdings: "Alles Zufall!" Ein Rückblick: 1958 reisen Elke und Renata Schletz in den italienischen Badeort Viareggio. "Meine Mutter sagte: Du hast das Meer doch noch nicht gesehen, das ist doch so schön", erzählt Sommer. Ein junger Student fragt die Pfarrerstochter dort, ob sie mit ihm tanzen gehen wolle. Der Abend endet damit, dass Elke Schletz zur "Miss Viareggio" gewählt wird. Als Preis bekommt sie Strümpfe. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Heimat in Franken

Ein italienischer Regisseur sieht ihr Bild in der Zeitung, verpflichtet sie für den Film, sie nennt sich fortan Sommer, weil die Italiener Schletz nicht aussprechen können und "Sklutz" sagen, und schafft den Sprung nach Hollywood. In ihrer großen Zeit Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wird sie zum Inbegriff der blonden, aber nicht verruchten Sexbombe. Ein internationaler Star.

1964 gewinnt sie einen "Golden Globe" für ihre Rolle in "Der Preis". Sommer spielt dort die Schönheit an der Seite von Paul Newman. Deutschen Karl-May-Fans dürfte sie bis heute mit ihrer Rolle in "Unter Geiern" (1964) als unerschrockene Farmerstochter Annie in Erinnerung geblieben sein. Heute lebt die gebürtige Berlinerin im Winter in Los Angeles und im Sommer im deutlich kleineren Marloffstein, in ihrer fränkischen Heimat. Von dem Ort nahe Erlangen schwärmt sie: "Ich bin ja ein Landmensch, ich bin ja überhaupt kein Stadtmensch." 1993 heiratete sie in zweiter Ehe den New Yorker Hotelmanager Wolf Walther - ebenfalls in Mittelfranken.
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