"Elvis - Das Musical"
Elvis lebt - und er ist Ire

Der Elvis-Imitator Grahame Patrick entführt die Zuschauer in seiner Show in die Welt des legendären "King of Rock and Roll". Bild: Jürgen Rocholl

Neulich habe ich Elvis getroffen. Den ollen Mr. "Schmalztolle" Presley, ganz richtig. Wir waren eines Nachmittags in der Bar des "Estrel-Center", Europas größtem Hotel- und Entertainment-Komplex, Standort Berlin-Neukölln, verabredet und haben uns so kräftig wie freundlich die Hände geschüttelt.

Berlin. Danach einen Pfefferminz-Tee für mich, einen Cappuccino für Elvis. Und wir haben richtig nett und angeregt miteinander geplaudert. Jetzt darf ich ein paar Geheimnisse verraten: Elvis ist Ire, bereits 44 Jahre alt und heißt bürgerlich Grahame Patrick. Elvis sieht nicht aus wie Elvis. Zumindest nicht am Nachmittag. Aber spätestens, wenn Patrick am Abend für zwei Stunden auf einer Bühne steht, ist er Elvis Presley. Zu Hundert Prozent.

Wie das geht? Der gebürtige Dubliner, ein ausgebildeter Entertainer, der seit Jahrzehnten in Kanada ansässig ist, verkörpert seit 2003 den "King of Rock and Roll" in der Produktion "Elvis - Das Musical". Dabei federführend ist Bernhard Kurz, der schon für Doppelgänger-Musicals etwa über die Beatles, ABBA oder die Blues Brothers verantwortlich zeichnete. Das Spektakel wird regelmäßig in seiner Heimatstätte, dem Berliner "Estrel", vor begeistertem Publikum aufgeführt, und auch bei Gastspielen rund um die Welt.

Verblüffende Ähnlichkeit


Sekunden vor dem Konzert laufen Schwarz-weiß-Videos vom originalen Elvis der 50er und 60er Jahre. Dann der große Moment: Elvis erscheint den Gästen! Bereits beim Eröffnungsstück "That's All Right" springen die ersten Besucher auf und tanzen euphorisch. Grahame Patrick hat den immer ekstatischer werdenden Laden für 120 Minuten souverän im Griff, denn nicht nur seine Stimme ähnelt der von Elvis verblüffend, auch Mimik und Habitus stimmen mit dem großen Meister überein.

Die Licht-Effekte sind zu Beginn eher dezent. "Die Spots sind so schlicht, wie sie damals wirklich waren. Handgemachte Musik stand im Vordergrund", erklärt der Doppelgänger. Es folgen 30 Hits in unterschiedlichen Kostümen. Unterstützt wird er vom Stamps Quartett, dem originalen Background-Chor des "Kings" . Im Vergleich zu den Videos wirkt der Entertainer etwas kleiner als sein großes Vorbild. Das scheint der einzige Unterschied zu sein. Ansonsten sind Übereinstimmung von Tanz und Timbre fast unheimlich.

"In meinem Elternhaus lief immer viel Musik, bevorzugt aus den 50ern und 60ern", erinnert sich der Künstler. "Da war auch viel Zeug von Elvis darunter. Eines Nachmittags, es wird in den 80ern gewesen sein, sah ich Elvis in dem Film 'Girls! Girls! Girls!' im Fernsehen. Der Streifen selbst war nicht sonderlich anspruchsvoll. Aber die zwei Minuten, in denen Presley darin 'Return To Sender' intoniert - was für eine Lässigkeit, Eleganz und Sexappeal! Seither bin ich dem Mann verfallen."

Wie wurde aus dem Fan der Darsteller? "Jedes Elvis-Double hat seine eigene Idee davon, wie er sein Idol darstellt, jeder muss viel an seiner Rolle arbeiten", ist Patrick sicher. "Wichtig ist, dass man den Mann nicht vergöttert und auf ein unerreichbares Podest hebt, denn dadurch beginnt man, nervös zu werden. Dann versaut man seinen Job garantiert. Er und seine Aura sind zeitlos. Trotzdem habe ich ihn nie verklärt. Nur deshalb konnte ich ihn so perfekt imitieren. Das funktioniert nur mit einer gewissen Distanz."

15 Jahre an einem Abend


Und er fügt über seine schwierige Rolle hinzu: "Es gehört ein gewisses Geschick dazu, innerhalb von nur zwei Stunden Bühnen-Präsenz die Entwicklung vom jungen zum gereiften Elvis zu verkörpern, immerhin über 15 Jahre Lebenszeit", seufzt das Presley-Double. "Am Schlimmsten ist das Make-up, denn das juckt und brennt fies, wenn ich bei den Tanz-Einlagen zu schwitzen beginne."

Dennoch liebt Patrick seine Rolle Abend für Abend: "Zur Routine ist mein Job trotz meines langen Wirkens als Elvis nie verkommen. Was sicher daran liegt, dass jeden Abend ein anderes Publikum vor mir sitzt. Dieses Musical ist die Show, für die ich geboren wurde, ich gehe mit meiner ganzen Leidenschaft darin auf. Ich sage immer: Sofern es einen Gott gibt, dann hat er mir durch diese Rolle eine Bestimmung gegeben."

Die Inszenierung "Elvis - Das Musical" gastiert unter anderem am Mittwoch, 13. April (20 Uhr), im Amberger Congress-Centrum und am Samstag, 23. April (20 Uhr), im Regensburger Audimax.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und unter www.nt-ticket.de
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