Entwicklungshelferin verliert die Kontrolle
"Das Wetter in geschlossenen Räumen" läuft im Kino

Maria Furtwängler spielt die überforderte Dorothea, die in einem Krisengebiet als Entwicklungshelferin arbeitet. Bild: Movienet Film/dpa

Berlin. Sie trinkt, kokst und übergibt sich in einen Mülleimer, während draußen Panzer rollen und Schüsse fallen. Im Kinofilm "Das Wetter in geschlossenen Räumen" spielt Maria Furtwängler (49) eine Frau, die sich komplett von der unterkühlten "Tatort"-Kommissarin Charlotte Lindholm unterscheidet. Die Entwicklungshelferin Dorothea organisiert in einem arabischen Luxushotel Charity-Empfänge für Geschäftsleute und Diplomaten, um Spendengelder einzuwerben. Das Hotel ist eine Art Wartehalle für PR-Manager, Kriegsreporter und Flüchtlingshelfer, die auf die Öffnung der Grenze zum benachbarten Kriegsgebiet hoffen.

Die widersprüchliche Dorothea ist für jede Schauspielerin eine Traumrolle. Furtwängler gibt sie mal arrogant, mal zerbrechlich und sieht dabei auch ungeschminkt mit rotgeweinten Augen noch gut aus. Regisseurin Isabelle Stever recherchierte sieben Jahre für ihren Film, reiste nach Beirut, Brüssel und Amman. Es gibt ein reales Vorbild für die Figur Dorothea. Ergebnis der jahrelangen Recherchen ist ein unbequemer Film, der vielleicht etwas zu viel will, und mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Zum Schluss kippt die Handlung in einigen Szenen ins Satirische, etwa wenn beim Gala-Diner im Luxushotel niedliche Flüchtlingskinder die reichen Gäste bedienen.

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Regie: Isabelle Stever - Mit Maria Furtwängler, Mehmet Sözer, Anne von Keller - 100 Minuten, frei ab 12 Jahren, Im Internet: www.movienetfilm.de/wetter/index.php
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