Erbe "Büchse der Pandora"

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, hat das Kunstmuseum im schweizerischen Bern davor gewarnt, das Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt voreilig anzunehmen. Ließen sich die Berner auf dieses Erbe ein, "wird es die Büchse der Pandora öffnen und eine Lawine von Prozessen auslösen", sagte Lauder in einem gemeinsamen "Spiegel"-Interview mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Das Kunstmuseum in Bern will demnächst verkünden, ob es das Erbe des im Mai verstorbenen Gurlitt annimmt - und in welcher Form. In seinem Testament hatte Gurlitt verfügt, dass die Stiftung des Museums Alleinerbin seiner Sammlung wird. Kulturstaatsministerin Grütters bestätigte, dass die deutsche Regierung noch mit dem Museum in Bern verhandele. Sie betonte, das Museum bekenne sich zu der von Gurlitt zugesicherten Aufarbeitung, auch zur Restitution von Raubkunst: "Ich bin überzeugt, wir werden zu einer guten und vernünftigen Lösung kommen."

Vonseiten der Justiz besteht laut einem Bericht des Magazins "Focus" (Montag) kein Einwand, die Bilder in die Schweiz zu bringen. Bislang habe sich kein Verwandter Gurlitts gefunden, der das Testament anfechte.
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