Eröffnung sieben Jahre später als geplant

Der Große Konzertsaal mit Klangreflektor und Deckenkonstruktion auf der Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg. Die Hamburger Elbphilharmonie wird mit rund siebenjähriger Verspätung voraussichtlich im Januar 2017 eröffnet. Bild: dpa

Hamburgs Bürgermeister Scholz hat sich festgelegt: Die millionenteure Elbphilharmonie wird am 11. Januar 2017 eröffnet - rund sieben Jahre später als geplant.

Die Hamburger Elbphilharmonie wird nach rund zehnjähriger Bauzeit voraussichtlich im Januar 2017 eröffnet. "Der Plan ist, dass das am 11. Januar des Jahres 2017 geschehen soll", sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bei einer ersten Besichtigung des Großen Saals. Ursprünglich sollte das Konzerthaus im Hafen bereits 2010 eröffnet werden. Wegen massiver Planungsfehler und Streitereien musste der Termin jedoch mehrfach verschoben werden.

Kosten: 789 Millionen Euro

Parallel zu den Verzögerungen explodierten auch die Kosten für die "Gläserne Welle" auf dem alten Kaispeicher. Sie stiegen seit dem Spatenstich im Frühjahr 2007 von ursprünglich geplanten 77 Millionen Euro auf inzwischen 789 Millionen Euro. Lange hatte an der Elbphilharmonie Stillstand geherrscht. Erst nachdem sich die Stadt und Hochtief Anfang 2013 nach langem Streit auf den Weiterbau geeinigt hatten, ging es auf der Großbaustelle wieder voran.

Inzwischen arbeiten nach Angaben von Hochtief-Projektleiter Stephan Deußer teilweise Tag und Nacht bis zu 500 Handwerker an dem Konzerthaus. Dadurch sollen noch im Frühjahr das Hotel fertig und die Außenkräne abgebaut werden. Für Anfang 2016 sei dann der Einbau der Orgel in den Großen Saal geplant. Letztlich an die Stadt übergeben werden soll die Elbphilharmonie im Oktober 2016. Im November 2016 soll die in 37 Metern Höhe gelegene 4000 Quadratmeter große Plaza der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit die Menschen "ihr Haus" in Besitz nehmen können, sagte Scholz.

"Weiße Haut" gegen Echo

"Es ist das Herz des gesamten Gebäudes", sagte der Projektverantwortliche Senior Partner des Architekturbüros Herzog & de Meuron, Ascan Mergenthaler, über den Großen Konzertsaal mit seinen später einmal rund 2100 Sitzplätzen. Um das auch für Zuhörer erlebbar zu machen, seien die Ränge und Balkone - ähnlich modernen Sportstadien - viel dichter an die Bühne herangerückt worden. Als spektakulär gelten auch der rund 50 Tonnen schwere Reflektor an der Saaldecke sowie die vom japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota ersonnene "Weiße Haut". Diese aus rund 10 000 Teilen bestehende Verschalung ist für die Akustik im Saal verantwortlich und soll Echos verhindern. Begeistert zeigte sich auch der Generalintendant der Elbphilharmonie und Laeiszhalle, Christoph Lieben-Seutter: "Mit der nun erfolgten Festlegung des Eröffnungstermins können wir ab sofort verbindliche Vereinbarungen treffen. Darüber freuen wir uns sehr."
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