Eschenbacher Mercedes-Niederlassung ist Geschichte
Stern glänzt nicht mehr

Schluss und Aus. Seit heute ist die Mercedes-Niederlassung in Eschenbach Geschichte. Die Zukunft der Immobilie ist offen. Bild: do

Eschenbach. (do) Aufgeräumt wirkt die Mercedes-Benz-Vertretung. Eine gähnend leere Ausstellungshalle finden die Kunden vor, während das Personal die letzten Wünsche "abwickelt". Die letzten Aktenordner und Prospekte packt ein Mitarbeiter in eine Kunststoffkiste. Draußen auf dem Freigelände das gleiche Bild. Anstelle von Gebrauchtwagen und reparaturbedürftiger oder abholbereiter Kundenfahrzeuge findet der Besucher nichts als öde Stellflächen.


Ein trostloses Bild. Nur ein riesiges Plakat preist noch die Vorzüge der Weltmarke an. In Eschenbach ist sie nun Geschichte. Am Dienstag informierte das Autohaus die Stammkunden über die endgültige Schließung des Standortes. Schon am Mittwochabend war für die 17 Fachkräfte und die Kundschaft gleichermaßen "Feierabend".

Bereits im August hatte Widmann die Betriebseinstellung angekündigt und mit den baulichen Gegebenheiten begründet. Nun stellt das Autohaus in seinem "Abschiedsbrief" fest: "Wir konnten deshalb nicht mehr die gewünschte Qualität und die geforderten Standards sicherstellen". Überrascht zeigen sich langjährige Kunden vom Tempo der Schließung. Mercedes-Stammkunden hatten sich auf eine Betriebseinstellung Ende des Jahres eingestellt. Jetzt macht Widmann schon einen Tag nach der Kundeninformation die Tore dicht. Trotzdem hofft das Unternehmen auf weitere "Treue" und verweist auf die Niederlassungen in Weiden und Amberg.

"Freistellungsabsichten"

Dort und in weiteren Oberpfälzer Widmann-Vertretungen sollen auch die Mitarbeiter Ein- und Auskommen finden. Jedenfalls dementiert das Autohaus "Freistellungsabsichten" im Zusammenhang mit der Schließung. In den Sternen steht die Zukunft der Räumlichkeiten. Mitarbeiter sprechen von einem guten Zustand der Werkstätte und der Verwaltungs- und Lagerräume.

Mit der Schließung endet in Eschenbach eine 42-jährige Mercedes-Benz-Ära. 1972 hatte die Firma Lindner die Betriebsstätte im Industriegebiet am Stadtwald an der Bundesstraße eröffnet. Mit viel Herzblut entwickelte Betriebsleiter Roland Röhrig mit seiner Mannschaft den Benz-Stern in Eschenbach zum Qualitätssiegel handwerklicher Solidität und Zuverlässigkeit. Für die Stadt bedeutet das Ende der Mercedes-Ära einen weiteren Attraktivitätsverlust. Im Sommer schloss das Eisen- und Haushaltswarengeschäft Schreml, die Postfiliale zog aus der Altstadt ab.
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