Firma Vantage in Weiden liefert Kamera-Objektive für Hollywood
Der große Dreh mit Objektiven

Filmisches Gipfeltreffen von Peter Märtin, Wolfgang Bäumler, Star-Regisseur Roland Emmerich und Vantage-Vertriebschef Alexander Schwarz (von links). Bild: privat
 
Die "Vantage"-Geschäftsführer Peter Märtin und Wolfgang Bäumler (von links) zeigen die "Lieblingsobjektive" von Regisseur Steven Spielberg, mit denen er seinen neuen Film "Bridge of Spies" drehte. Bild: Fütterer

Die erfolgreichsten Regisseure aller Zeiten, Steven Spielberg und Roland Emmerich, setzen auf Kamera-Objektive aus Weiden. Die Firma Vantage liefert die technische Ausrüstung sowohl für Spielbergs Agententhriller "Bridge of Spies" (läuft im Herbst in den Kinos) als auch Emmerichs Blockbuster-Fortsetzung "Independence Day 2".

Weiden/Los Angeles . "Der Look des neuen Spielberg-Films ist zu 100 Prozent aus Weiden", sagt Peter Märtin. Der Unternehmer gründete 1993 mit seinem Freund Wolfgang Bäumler ("wir kennen uns seit dem Sandkasten") die gemeinsame Firma. Aus einer Vision wuchs eine hochspezialisierte Unternehmung für den klassischen Verleih von Film-Equipment mit heute 70 Beschäftigten und Standorten in Paris, Prag und Berlin sowie Entwicklungsabteilungen in St. Petersburg und Augsburg.

Von Weiden gehen Kamera-Ausrüstungen für etwa 100 Spielfilme und 1000 Werbespots im Jahr auf die Reise in 60 Länder. Die dynamische Vantage-Firmengeschichte könnte wahrlich als Vorlage für ein Hollywood-Drehbuch dienen ...

"Wir haben beide unser Maschinenbau-Studium erfolgreich abgebrochen", erinnert sich Wolfgang Bäumler lachend. Sie starteten damals mit der Idee, mit Filmkamera-Technik auf den Markt zu treten, "die nur wir bieten können": "Wir haben das, was der Kunde will, nämlich ein qualitätsvolles Paket feiner Zutaten". Ihre brillanten Hawk-Objektive gelten inzwischen in der Filmbranche als absolutes Markenzeichen, ja als eine Art Legende. Ihre innovativen Produkte lassen sich Bäumler und Märtin mit vier internationalen Patenten und durch zahlreiche Markenzeichen schützen.

Früher Durchbruch

Die sogenannte "Revierferne" - Filmtechnik in der Oberpfälzer Provinz weitab von den internationalen Drehkreuzen der Filmbranche - gereichte eher zum Vorteil. Märtin: "Hier gab es keinen regionalen Markt, also mussten wir raus." Der frühe internationale Durchbruch stellte sich bereits Mitte der 90er Jahre mit Regisseur George Lucas ein, der seine "Star Wars"-Saga mit Hawk-Objektiven aus Weiden drehte. Bäumler: "Heute kommen die Kunden weltweit auf uns zu." Märtin und Bäumler erkannten rasch, dass der Wettbewerb um immer hochauflösendere und schärfere Objektive "nicht der richtige Weg ist".

Sie rücken deshalb die "ästhetische Abbildungs-Qualität" in den Fokus. "Wir machen die Kameraobjektive nicht für Techniker, sondern für Künstler." Märtin und Bäumler sind beide Techniker, sie treffen alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam. "Benchmark ist dabei immer, dass eine Idee auch dem anderen gefällt."

Peter Märtin und Wolfgang Bäumler (beide 48 Jahre, verheiratet, jeweils zwei Buben) freuen sich, dass sie die großen internationalen Aufträge nicht deshalb erhalten, "weil wir die Billigsten sind oder besonders gute Beziehungen haben, sondern allein aufgrund der Leistungsfähigkeit unserer Produkte". Unisono räumen sie ein, dass einer allein diese erfolgreiche Entwicklung nicht hätte stemmen können. Übrigens: Ein Börsengang ist für die beiden geschäftsführenden Gesellschafter "kein Thema". Um so mehr loben sie die "Passion und Leidenschaft" ihrer Mitarbeiter.
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