Flüchtlingsthema beherrscht Show zur Verleihung der "Goldenen Henne" - Moderatoren agieren ...
Panik-Udo fordert "mehr Kohle für die Kommunen"

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) überreichte am Samstag die "Goldene Henne" für sein Lebenswerk an Panikrocker Udo Lindenberg. Die 3,5 Kilo schwere und 22 Zentimeter große Bronzefigur wird seit 1995 in Erinnerung an die Entertainerin Helga "Henne" Hahnemann vergeben. Bild: dpa
Die Eisschnellläuferin tut es, der Stasi-Unterlagenbeauftragte ebenfalls und der Panikrocker sowieso: Sie nutzen die Show für eindringliche Worte mit Blick auf die Flüchtlinge. "Wir haben die Mauer zum Einsturz gebracht und die Deutsche Einheit errungen. Deswegen werden wir in Deutschland auch die Kraft haben, die aktuellen Probleme zu lösen", sagt etwa der einstige DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn am Samstagabend nach dem Gewinn der "Goldenen Henne".

Claudia Pechstein ist nicht nur zu Tränen gerührt, dass sie auch zu den neun Gewinnern des Abends zählt - sondern mahnt in ihrer Dankesrede: "Deutschland schafft das, Deutschland kann das. Wir müssen alle kämpfen." Die weiteren Sieger der "Goldenen Henne" Nummer 21: die Bands Karat und Santiano, der Schauspieler Hans Sigl ("Der Bergdoktor"), der Fernsehkoch Steffen Henssler, "Panikrocker" Udo Lindenberg und Biathletin Franziska Preuß.

Die einzige nicht prominente Siegerin, die Angolanerin Juliana Luisa Gombe aus Magdeburg, wurde unter einem Vorwand von einem Freund in die Show gelockt - und ist mindestens genauso gerührt wie Claudia Pechstein. Sie bekommt riesigen Applaus. 1996 kam sie nach Deutschland, lebte sechs Jahre lang mit Mann und Kind in einem Asylbewerberheim - und bringt nun Flüchtlingskindern Deutsch bei.

Fisher und Schubert daneben

Sängerin Kim Fisher und Comedian Olaf Schubert moderieren die mehrstündige Verleihung der Bronzehühner mit 4500 Gästen im Berliner Velodrom - und haben nicht immer ein glückliches Händchen. Fisher sorgt gleich zu Beginn für Irritation bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, als sie ihn fragt, ob er joggt. Und Schuberts oft unter der Gürtellinie liegender Humor will nicht zu dem ernsten aktuellen Thema passen, das sich durch den Abend zieht.

Dafür findet Udo Lindenberg am Ende der Show klare Worte zum Thema Flüchtlinge: "Leute, wir kriegen das geregelt. Vor 25 Jahren haben wir es auch hingekriegt - wir halten zusammen, lasst es uns packen", sagt der Musiker - und fordert "mehr Kohle für die Kommunen."
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