Förderung lokaler Stars fördern: Session im "Bistrot Paris" beendet Weidener Jazz-Herbst
Improvisation am laufenden Band

Bei der Jazz-Session im "Bistrot Paris" interpretierten die Musiker Themen aus dem "Great American Songbook". Bild: Kunz
Weiden.Die bekannteste Version des Bart-Howard-Klassikers "Fly me to the Moon" stammt natürlich von Frank Sinatra. Das Stück wurde neben zahllosen Vokalversionen in den letzten sechzig Jahren aber auch von unzähligen Instrumentalisten eingespielt. Eine weitere Variante landeten Nachwuchsmusiker am Freitagabend bei einer Session im "Bistrot Paris".

Der "Weidener Jazz-Herbst" des Jazz-Zirkels endete heuer mit der jazzspezifischsten Musikform schlechthin: Nämlich damit, dass Hobby-Profis und Amateure Material und Themen aus dem "Great American Songbook" interpretierten. Für die Verantwortlichen war dieses Finale ein Spiegelbild dessen, was sich in den letzten Jahren in der Weidener Jazz-Szene entwickelt hat.

Jugend begeistert

Vorsitzender Dr. Reinhard Roth zeigte sich vor allem von der Jugend überrascht, die sich immer mehr für den Jazz zu begeistern scheint. Bis aus Amberg waren die Musikfreunde angereist, die sich im Bistrot spontan zu Bands formierten und alle möglichen Freiräume für Improvisationen austesteten.

Blasinstrumente, Gitarren und Bässe mussten mitgebracht werden. Für Schlagzeuger und Pianisten stellte der Jazz-Zirkel sein Instrumentarium und die Soundanlage zur Verfügung. Die Veranstaltung war Chef-Sache. Aber organisiert wurde die Session vom Tenorsaxophonisten Dr. Lothar Kiehl, der mit seinem weit über die Weidener Grenzen hinaus bekannten "Blue Note Project" angerückt war. Das "Project" war natürlich Programm. Zunächst verzauberten Dr. Kiehl, Florian Klein (Piano), Marc Hohl (Bass) und Mario Wild (Drums) ihr Publikum mit coolem, weichem Mainstream-Jazz, Latin-Standards, ruhiger Bar-Lounge und Cocktail-Musik. Zwischendurch gab's auch rhythmische Funk- und erdige Soulnummern. Kurzum: Die Combo gab kräftig Gas.

"Talentschmiede"

Nach einer Weile formierten sich dann spielfreudige Musiker aus dem Publikum zu neuen Bands, um Nummern wie "Watermelon Man", "Cantaloupe Island" oder "Dream a little Dream" jazzmäßig mit Substanz zu präsentieren, was die Motivation des "Zirkels" unterstrich, die da Nachwuchsförderung lautet. Roth sprach deshalb auch von einem "Schaufenster der Weidener Jazz-Szene".

"Wir wollen die lokalen Stars fördern, wollen, dass Musiker aus dem stillen Kämmerlein herauswachsen und sich auf öffentlicher Bühne präsentieren." So etwas nenne man "Talentschmiede". Die Session setzte den Schlusspunkt. Der Jazz-Herbst ist somit Vergangenheit. Höhepunkt? "Das Landesjugendjazzorchester ,Bavarian First Herd'."
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