Fotografen-Duo Monika Dillenkofer und Herbert Schlittenbauer mit Ausstellung in der Galerie ...
Leidenschaft im Doppelpack

Wenn Monika Dillenkofer und Herbert Schlittenbauer mit ihren Kameras unterwegs sind, vergessen sie Raum und Zeit. Die Ergebnisse aber finden in der Künstlerszene viel Anerkennung.

"Dieser eine Augenblick ist unwiederbringlich. Schon einen Wimperschlag später entsteht ein völlig anderes Bild", beschreibt Monika Dillenkofer das Gefühl, wenn sie die Kamera nimmt und auf Pirsch geht. Mit ihrer Leidenschaft ist die Fotografin nicht alleine. Seit über zwei Jahren begleitet sie Herbert Schlittenbauer.

Während die gebürtige Kaiserslauterin und ehemalige Orchesterdisponentin erst im Ruhestand ihrem Hobby mehr Freiraum einräumt, widmet sich ihr Begleiter bereits ein Leben lang dem Schöngeist. Der Münchener bestritt unter dem Künstlernamen Dan Frey mit surrealistischer Malerei seinen Unterhalt, bevor er als freiberuflicher Grafikdesigner für die Automobilindustrie hochqualifizierte Arbeit leistete.

Was die Kaiserslauterin und den Münchener in die Oberpfalz verschlug: Das kleine Häuschen am Bergkamm in Josephshof hat Herbert schon vor 20 Jahren mit seinem Charme verzaubert. "Ich wollte ein Gebäude, um das ich herumlaufen kann, in München unerschwinglich. Deshalb habe ich in Josephshof sofort zugesagt", erzählt der Designer lachend, wie ihm seine Spontanität zuerst viel Arbeit und berufliche Fahrerei, dann aber im Ruhestand viel Freude einbrachte.

Das kleine Anwesen ist zum Atelier mutiert: Fotos, Malerei und Digitalgemälde begleiten den Betrachter vom Flur aus hinauf über die weiße Holzstiege ins Dachgeschoss, wo ein geräumiger Treppenabsatz noch mehr Schönes birgt. Hinter jeder Zimmertür ist Kunst daheim: Monika schleppt zwei großflächige Landschaftsbilder heran. Es sind Fotos von ihr, die Aquarellen gleichen.

An einer Wand hängt eine Malerei von Herbert alias Dan Frey. Seine Kunst ist für ihn Meditation. "Keine Ansprüche an meine Arbeit zu stellen, alles einfach fließen zu lassen. Was entsteht, das ist in Ordnung", nennt er die Hintergründe seiner Schaffenskraft, die der Zen-Philosophie entspricht. Unscheinbares wie Gräser, Tau oder Licht fängt Herbert ein, um sie nach etlichen Arbeitsstunden als beeindruckende Digitalkunst wieder "loszulassen".

Mit anderer Technik holt sich Monika die Ausschnitte "ihrer Welt" hinter der Kameralinse ins Wohnzimmer. "Ich brenne förmlich, wenn ich meinen Fotoapparat in Händen halte, vergesse Raum und Zeit, schalte den Kopf aus. Und manches Zipperlein plagt plötzlich nicht mehr", sagt Monika. Zu ihren Objekten - meist im Makrobereich - gehören die klassische Tulpe ebenso wie stürmische Nordseeromantik oder die raue Oberpfalz.

Bei derart geballter Leidenschaft im Doppelpack bleibt es nicht aus, dass oft 4000 Motive und mehr auf den Speicherchips nach Hause getragen werden. Dann sind die Folgetage ausgefüllt mit Sortieren, Sondieren und Bearbeiten der Fotos für die noch freien Wände im trauen Heim oder für die erste gemeinsame Ausstellung.

Letztere steht an, leider noch nicht im Stiftland. Monika und Herbert zeigen ihre Werke ab 12. Juni in Karlsfeld in der Galerie Kunstwerkstatt, Veranstalter ist der Kunstkreis Karlsfeld e. V.. Aber das "geheime" Dasein in Josephshof hat bald ein Ende, schon in diesem Jahr darf man sich wohl auf eine öffentliche Präsentation der beiden 68-jährigen Mitglieder des Vereins "Kunsthaus Waldsassen e. V." freuen.

Ihr Alter und ihr Künstlerdasein erinnern tatsächlich ein wenig an die legendären 68-er. Auch damals war Spontanität, Kreativität und Spiritualität der Inbegriff einer intensiven Lebensart, wie sie Monika und Herbert mit ihrer Fotografie frönen. Warum auch nicht im Alter dort anknüpfen, wo man in der Jugend aufgehört hat? "Du bist nie zu alt für Rock'n'Roll", sagen die beiden und appellieren an ihre Altersgruppe, mit Kreativität Geist und Körper fit zu halten. "Das funktioniert", beteuern beide lachend.

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Weitere Infos und Fotobeispiele im Internet:

http://www.schlittenbauer.de
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