Frankfurter Buchmesse startet am 13. Oktober - 7200 Aussteller angemeldet
Im Büchermeer

Juergen Boos (rechts), Direktor der Frankfurter Buchmesse, und der indonesische Autor Goenawan Mohamad, Leiter des Ehrengast-Komitees, sprechen über die Buchmesse. Bild: dpa
Das Thema Digitalisierung ist durch. Auf der Buchmesse, die am Dienstag, 13. Oktober, eröffnet wird, stehen wieder die Autoren und ihre Texte im Mittelpunkt. Die Veranstalter rechnen bis zum Sonntag, 18. Oktober, mit rund 300 000 Besuchern.

Direktor Juergen Boos verspricht "die politischste Messe seit langem". Flucht und Vertreibung, Meinungsfreiheit und Extremismus prägen viele der rund 4000 Veranstaltungen, zum Beispiel das Diskussionsformat "Weltempfang". Knapp 7200 Aussteller haben sich in diesem Jahr angemeldet, etwa so viele wie im Vorjahr. Auch Verlage aus Krisengebieten sind darunter, sogar aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Osteuropa ist so stark vertreten wie seit langem nicht mehr. Mehr Verlage kommen auch aus Lateinamerika und Südostasien.

Indonesien als Ehrengast

"Die Messe wird immer internationaler", sagt Buchmessen-Sprecherin Katja Böhne. Inzwischen sei das Verhältnis 34 zu 66 Prozent zugunsten des Auslands. Ehrengast ist 2015 Indonesien - "ein spannendes Land mit spannender Literatur", wie Boos findet. 70 Autoren wollen nach Frankfurt reisen, mehr als 100 Bücher aus Indonesien erscheinen in diesem Jahr auf dem deutschen Buchmarkt, 500 Veranstaltungen sind geplant. Auf dem Messegelände gab es ein großes Stühlerücken. Die abseits gelegene Halle 8, in der die englischsprachigen Verlage untergebracht waren, wird aufgegeben.

Weniger Fläche verfügbar

Die Aussteller ziehen in zwei neue Ebenen der Halle 6 und mischen sich ansonsten - je nach ihrer thematischen Ausrichtung - unter die anderen Verlage. Damit wird die Gesamtfläche der Messe zwar kleiner, man habe aber mehr Ausstellungsfläche verkauft, sagt Boos. Folge: Es wird enger. Die Verlage neu zu arrangieren, sei nicht einfach gewesen. "Wir haben elf Monate lang Domino gespielt."

E-Books, Marketing in sozialen Medien - all das sei inzwischen Realität in deutschen Verlagen und Buchhandlungen. Anbieter für technische Lösungen haben inzwischen einen Stammplatz auf der Messe. Als "Spielwiese" für Blogger und die mediale Avantgarde wird ein neuer "Organism-Space" eingerichtet.

Nach den Manga- und Comicfans versucht die Messe, eine neue Community an sich zu binden: Früher hätte man Heimwerker und Handarbeiter gesagt, neudeutsch heißt das Crafter. In Zusammenarbeit mit der Online-Plattform Dawanda will die Messe Kunsthandwerkern ein Forum bieten. Böhne erklärt, was das mit Lesen zu tun hat: Ihre Produkte würden über Blogger bekannt, die Crafter in der Folge oft zu erfolgreichen Sachbuchautoren: "Häkelbücher werden zu Bestsellern."

___

Weitere Informationen im Internet:

http://www.buchmesse.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Frankfurt (2447)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.