Freiheit des Wortes als universelles Recht

Auf der Buchmesse in Frankfurt, die noch bis Sonntag, 18. Oktober, geöffnet hat, stapeln sich Bücher über Bücher in den Regalen. Bild: dpa

Eigentlich ist das Hauptthema in Frankfurt in dieser Woche das geschriebene Wort. Doch als gestern die Messe eröffnet wurde, wurde schnell klar: Es geht noch um sehr viel mehr als nur um Bücher.

Freiheit ist nicht möglich ohne die Freiheit des Wortes: Bücher leisteten einen zentralen Beitrag, in einer "Welt in Aufruhr" Frieden zu stiften, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, am Dienstag bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. "Die Meinungs- und Publikationsfreiheit sind keine verhandelbaren Werte, denn sie sind die Grundlage einer freien, demokratischen Gesellschaft."

Von Mittwoch an zeigen mehr als 7000 Aussteller aus über 100 Ländern Bücher und andere Produkte. Bis zum Sonntag werden bis zu 300 000 Besucher und 10 000 Journalisten erwartet. Ehrengast in diesem Jahr ist Indonesien. Der Gastlandauftritt steht unter dem Motto "17 000 Inseln der Imagination". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, Indonesiens Geschichte nähre die Hoffnung, "dass die demokratischen Kräfte auch weiterhin stärker sind als die Kräfte des islamischen Fundamentalismus".

17 000 Inseln

Indonesien ist das größte muslimische Land der Welt mit einem traditionell toleranten Islam. Meterhohe Laternen umgrenzen im Gastland-Pavillon sieben Inseln, die für die 17 000 Inseln des indonesischen Archipels stehen. Es ist ein poetischer Auftritt, der die Magie des Landes mit seinen 250 Millionen Menschen und 400 Sprachen einfängt. Je nach Thema sind die Laternen mit Landschaften bemalt, mit Comics und mit Worten von indonesischen Dichtern verziert.

Bei der Eröffnungspressekonferenz am Vormittag rief der vom Tode bedrohte Autor Salman Rushdie zum weltweiten Kampf für die Meinungsfreiheit auf. Sie sei nicht nur durch religiöse Intoleranz bedroht, sondern auch durch falsch verstandenen Liberalismus. "Die Freiheit des Wortes ist ein universelles Recht der Menschheit. Ohne diese Freiheit muss jede andere Freiheit scheitern." Der deutsche Buchhandel sieht sich trotz eines leichten Umsatzrückgangs auf einem guten Weg. Bis Ende September sanken die Umsätze im Buchmarkt zwar um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies sage über die Marktentwicklung aber nicht viel aus, betonte Riethmüller. Dem deutschen Buchmarkt gehe es gut.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.buchmesse.de
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