Freispruch für Karl Dall

Karl Dall musste sich Vergewaltigungsvorwürfen stellen. Bild: dpa

Die Beschuldigung wog schwer. Entertainer Karl Dall soll im September 2013 eine Journalistin in Zürich vergewaltigt haben. Beim Prozess am Dienstag wurde der 73-Jährige aber vom Vorwurf freigesprochen.

Was geschah in der Nacht zum 6. September 2013 in Dalls Suite des Hotels Renaissance Tower? Kam es zum Geschlechtsverkehr wider Willen? Das Bezirksgericht Zürich-Limmat kam zum Schluss, dass keine hinreichenden Beweise gegen Dall vorliegen und folgte dem Antrag der Verteidigung.

Fünf Stunden lang war die Verhandlung ein juristisches Hin und Her. "Nichts von wahr", hatte der Entertainer beteuert. Nicht freiwillig und schon gar nicht erzwungen. Aber ja doch, hält die Schweizer Journalistin dagegen. Sie blieb bei der Darstellung, Dall habe sie festgehalten und vergewaltigt.

Anfangs sei das Treffen mit dem Entertainer "angenehm" verlaufen. Man habe geplaudert, auch über Familiäres, ja auch Intimes. Der Komiker habe eine Flasche Rotwein leergemacht. Stunden später habe er sie "angefleht", ihn nicht allein zu lassen. Nur deshalb sei sie mit in seine Suite gekommen. Dall sagte, sie habe bei ihm schlafen wollen, weil sie morgens um 3 Uhr zu müde gewesen sei. Die Frau brach in Tränen aus, als sie Einzelheiten einer Vergewaltigung schildert. Dall sei ihr vorgekommen "wie ein Tier, wie eine Bestie".

Beide kämpften um ihre Reputation. So blieb auch die Prostata-Operation Dalls nicht ausgespart. "Ich sehe schon, was morgen in allen Gazetten stehen wird", sagte er. "Karl Dall impotent." Ob er sich nicht geschmeichelt gefühlt habe, fragte der Richter angesichts der 30 Jahre jüngeren Frau. Nein, sagt Dall. Er habe sie als zudringlich empfunden. "Ich kenne das sonst gar nicht. Ich bin ja nicht George Clooney."

Ein Gutachten attestiert der Frau eine "obsessive Zwangsstörung sowie eine erotomane Wahnsymptomatik". Wiederholt habe sie Prominente als Stalkerin verfolgt. Zwei Mal wurde sie schuldig gesprochen. Mit Udo Jürgens will sie eine Affäre gehabt haben. Jürgens hat das anders in Erinnerung. Die Frau habe ihn mit Telefon-Terror verfolgt. "Ich habe viele verrückte Fans, aber das war die Hölle auf Erden."
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