Für das Wort und die Freiheit

Die Besucher der Leipziger Buchmesse erwartet in der Glashalle der Messe wieder die komplette Themenvielfalt der Buchbranche. Bild: dpa

Die Leipziger Buchmesse (12. bis 15. März) wird in diesem Jahr zur Plattform für politisch-gesellschaftliche Diskussionen. Dafür gibt es Anlässe: Die Debatte um die Meinungsfreiheit nach den Terroranschlägen in Paris, der Ukraine-Konflikt und das Jubiläum 25 Jahre Deutsche Einheit.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels plant auf der Messe eine Podiumsdiskussion "Für das Wort und die Freiheit - Festes Fundament der Buchbranche oder angesagte Attitüde?". Auch die Auswirkungen des umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP will der Branchenverband unter der Frage "Eine Gefahr für die Kultur?" zum Thema machen.

Zudem bietet der Messeschwerpunkt "50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen" Ansatzpunkte für politische Diskussionen. Messe-Direktor Oliver Zille betonte, dass die Autoren im Mittelpunkt stehen sollen. Ziel des Schwerpunktes sei es, aktuelle israelische Literatur zu präsentieren - die aber natürlich auch immer politische Inhalte transportiere. Zur Leipziger Buchmesse werden in diesem Jahr mehr als 2200 Aussteller erwartet, etwas mehr als 2014. Begleitet wird die Messe wieder vom Literaturfestival "Leipzig liest".

Wer kommt?

Vom Krimiautor Jussi Adler-Olsen bis zum Poetryslamer Jan Philipp Zymny - die Liste der Schriftsteller auf der Leipziger Buchmesse ist schier endlos. Beim messebegleitenden Literaturfestival "Leipzig liest" sind laut Veranstalter 3000 Teilnehmer dabei. Große Namen dürfen da nicht fehlen. Die Literaturnobelpreisträger Günter Grass und Herta Müller werden in Leipzig erwartet. Auch Sibylle Berg, Sebastian Fitzek und Thomas Brussig haben ihre neusten Werke dabei. Zum Israel-Schwerpunkt wird Amos Oz sein neuestes Buch "Judas" vorstellen.

Welche Preise gibt es zu gewinnen?

Auf der Messe werden mehr als ein Dutzend Preise vergeben. Die größte Aufmerksamkeit ist den Gewinnern des Preises der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik gewiss. Fünf Autoren sind dafür nominiert. Daneben gibt es die Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung mit ebenfalls jeweils fünf Nominierten. Die Preise sind mit jeweils 15 000 Euro dotiert.

Was bringt die Buchmesse den Verlagen?

Mehr als 2200 Aussteller werden auf der Messe erwartet. Und das, obwohl der Buchmarkt stagniert. "Bei den Ausstellern ist es so, dass gerade kleine und mittlere Verlage den direkten Kontakt zum Publikum immer mehr brauchen. Und eine Messe wie Leipzig ist ein probates Mittel, um solche Kundenkontakte herzustellen und für die Programme zu werben", sagte Messe-Direktor Oliver Zille.

Welche Themen sind Schwerpunkte?

Anders als die Frankfurter Buchmesse präsentiert Leipzig kein Gastland, thematische Schwerpunkte aber schon. Einen Anlass bietet dieses Mal das 50-jährige Bestehen deutsch-israelischer Beziehungen. Rund 40 Autoren, je zur Hälfte aus Israel und Deutschland, gestalten das Programm. Geplant ist unter anderem am 12. März eine "Lange Nacht der deutsch-israelischen Literatur".

Was ist neu?

"Was uns seit Jahren sehr am Herzen liegt, ist die Förderung der unabhängigen Verlage", sagt der Buchmesse-Direktor. Deswegen wurde zusammen mit der Kurt-Wolff-Stiftung ein neues Forum "Die Unabhängigen" kreiert. In einer neuen Veranstaltungsreihe "Im Brennpunkt" sollen Themen wie der Nahost-Konflikt, das Phänomen Pegida im 25. Jahr der deutschen Einheit oder die Meinungsfreiheit nach den Terroranschlägen von Paris diskutiert werden.

Wohin entwickelt sich die Manga-Messe?

Die Manga-Comic-Convention, 2014 erstmals als eigene Messe innerhalb der Buchmesse aufgelegt, geht in ihr zweites Jahr. Neben den japanischen Mangas und den Events für fantasievoll verkleidete Cosplayer rücken die klassischen Comics stärker in den Fokus. Erwartet werden etwa der Zeichner der "Simpsons", Serban Cristescu, oder der spanische Zeichner Miguel Diaz Vizoso, der die "Schlümpfe" weiterleben lässt.

Was macht die Messe, wenn noch mehr Besucher kommen?

Die Messe vermeldete zuletzt einen Besucherrekord nach dem nächsten. Voriges Jahr kamen 175 000 Menschen aufs Gelände. Brechend voll wird es in den Hallen am Freitagnachmittag und am Samstag. "Wir empfehlen, wenn möglich auf Donnerstag und Sonntag auszuweichen", sagt Messesprecherin Julia Lücke.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.leipziger-buchmesse.de/
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