Garry Marshalls letzter Film "Mother's Day" kommt auf die Kinoleinwand
Liebe ist kein Kinderspiel

Mirandas (Julia Roberts) und Sandys (Jennifer Aniston) Ansichten zu Familie könnten nicht unterschiedlicher sein. Bild: Ron Batzdorff/Mothers Movie LLC/dpa

In seiner Karriere kreierte Garry Marshall Kinoerfolge wie "Die Braut, die sich nicht traut" und den Klassiker "Pretty Woman". Nun kommt sein letzter Film "Mother's Day" in die Kinos - Mitte Juli starb der Regieveteran mit 81 Jahren. Allerdings läuft in dem Werk einiges schief.

Los Angeles. Mit der Ensemble-Komödie "Mother's Day" setzt Garry Marshall seine Feiertags-Reihe "Valentinstag" und "Happy New Year" fort. In dem letzten Film des "Pretty Woman"-Regisseurs spielen Stars wie Julia Roberts, Kate Hudson und Jennifer Aniston mit. Nicht nur in der Gefühlswelt seiner "Mother's Day"-Protagonisten geht es drunter und drüber. Die Hochs und Tiefs von Liebe und Beziehungen sind ja eigentlich noch das Nette an der cleveren Ensemble-Komödie.

Doch leider gibt es in Marshalls Story rund um den Muttertag, von drei Drehbuchautoren verpatzt, keine klare Linie, kaum treffsichere Gags, fast nichts, was nach zwei langen Kinostunden irgendwie hängen bleibt. Außer der Frage: Warum trägt Roberts als TV-Star Miranda, die bei einem Home-Shopping-Sender magische Steine verkauft, diese scheußliche rotblonde Pony-Perücke?

Als Marshall vor über 25 Jahren Roberts mit blonder Perücke in die "Pretty Woman"-Prostituierte Vivian verwandelte, landete er damit den größten Romanzen-Hit seiner Karriere. Auch in seiner Ensemble-Komödie "Valentinstag" war Roberts neben Kollegen wie Ashton Kutcher und Anne Hathaway wieder an Bord. Für "Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel" trommelte er erneut eine Besetzung zusammen, die sich wie die Gästeliste zu einer Promi-Party liest. Umso enttäuschender, dass sein letztes Werk hinter den nur mittelmäßigen Vorgängern noch zurückbleibt. Nach Los Angeles ("Valentinstag") und New York ("Happy New Year") sucht sich Marshall nun die heile Vorstadt-Welt von Atlanta aus: Die zweifache Mutter Sandy (Jennifer Aniston) trauert dem geschiedenen Ehemann Henry nach, der sich längst mit einer jüngeren Frau vergnügt. Ihre beste Freundin Jesse (Kate Hudson) verheimlicht ihren Eltern in Texas, dass sie einen Inder zum Mann hat.

Charaktere mit Marotten


Die junge Mutter Kristin will ihren Freund erst heiraten, wenn sie die eigene leibliche Mutter gefunden hat. Und Bradley (Jason Sudeikis) versucht sich nach dem Tod seiner Frau als Ersatzmutter für seine Töchter. Nur Miranda (Roberts) weist die Frage, ob sie eine Familie habe, mit einem "Nein, Karriere" ab. Glatt gelogen, erfährt man am Ende. Aber erst müht sich Marshall eine gute Stunde mit der Vorstellung der Charaktere ab, dann werden die Stränge verknüpft. Als Jesses Proleten-Eltern aufkreuzen, sackt die Komödie vollends zum dummen Klamauk ab.

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Regie: Garry Marshall - Mit Jennifer Aniston, Kate Hudson, Julia Roberts, Jason Sudeikis - Musik: John Debney - 119 Minuten - keine Altersbeschränkung - Im Internet: www.mothersday-liebe.de
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