Gasthof im Wald Schauplatz von zweitem Franken-«Tatort»
Allmächd, a Mord

Bild: Anne Spitaler
  Röthenbach an der Pegnitz. Unter alten Linden und vor Fachwerk-Charme gibt es am elften Drehtag erste Einblicke in die Produktion des zweiten Franken-Tatorts. Vor dem Wirtshaus "Rockenbrunn" in Röthenbach nahe Nürnberg drehen Regisseur und Schauspieler Szenen für den neuen ARD-Krimi.

Wenn Set-Aufnahmeleiter Max Locher laut um Ruhe bittet, darf nicht einmal mehr der Auslöser der Kamera klicken. Kein Gemurmel, kein Steineknirschen unter den Schuhsohlen. Vier Bilder für die neue Folge des Franken-Tatorts mit dem Titel "Das Recht sich zu sorgen" drehten die Schauspieler und Regisseur Andreas Senn am Dienstag vor dem fränkischen Wirtshaus "Rockenbrunn". Zwar gab es an diesem Drehtag noch keine Spur vom Mörder, einen Blick hinter die Kulissen am Tatort aber schon - und der verspricht viel fränkischen Humor.

Auf den Fensterbrettern des Wirtshauses stehen verwelke Blumen. Schmutzige Plastikstühle reihen sich Lehne an Lehne im Biergarten. Die Farbe der Fensterläden ist ausgebleicht. Im Rahmen hängen Spinnweben. Der Drehort am Rand des fränkischen Dorfs sieht verlassen und heruntergekommen aus - alles Absicht. "Wir haben frankenweit ein Location-Scouting gemacht", berichtet Produzentin Uli Putz. "Es sollte so aussehen, als ginge da nicht mehr viel. Die dreckige Terrasse haben wir extra bauen lassen."


Dass das Wirtshaus im Wald ist, habe eine große Rolle gespielt - "aber auch, wo wir mit unseren Sachen hin können" sagt sie. Die stille Umgebung sei außerdem ausschlaggebend. In dem zweiten Franken-Tatort haben es die Hauptkommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) gleich mit drei Fällen zu tun: Einer davon spielt im Wirtshaus. Steffi Schwinn (Barbara Prakopenka) findet ihre Mutter Andrea Schwinn (Sonja Tille) erwürgt in der Gaststube. Vom Vater gibt es keine Spur, eine seiner Jagdwaffen fehlt. Nachdem die Polizei das Mädchen befragt hat, strampelt es den Berg hinauf und verschwindet aus dem Bild.

Die Fahrradszene wird mehrmals gedreht. Zwischendrin fährt ein Linienbus am Set vorbei. Er gehört nicht zur Handlung. Kamerastative, Lichter, Mikrofone - das ganze Equipment muss von der Straße gerückt werden. Dann folgen die nächsten Szenen. Das Drehbuch für den Tatort hat Beate Langmaack auf Hochdeutsch geschrieben. "Die Schauspieler haben es sich selbst ins Fränkische übersetzt. Das wäre Schmarrn, wenn ich das als Hamburgerin tun würde." Für Matthias Egersdörfer, der den Leiter der Spurensicherung Michael Schatz spielt, ist das ein Heimspiel. In seinem Dialekt witzelt er am Set: Was bei dem Dreh typisch fränkisch ist? "Das urfränkische Risotto mit Feldsalat-Carpaccio mittags. Von der Wand ist ein Wolperdinger gefallen."

Die Schauspieler fühlen sich in Franken wohl, besonders Fabian Hinrichs. "Es ist für mich ein Privileg, an solche Orte zu kommen." Fachwerk-Häuser findet er heimelich. Dass der Besitzer des Wirtshauses, Markus Haas, für den Dreh komplett geschlossen hat, schätzt das Team. Hilfsbereit ist auch die Feuerwehr: 10 000 Liter Wasser haben sie für künstlichen Regen in den Wald gebracht. "Es geht um die Region, da überlegt man nicht lange", erklärt Haas.
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