Gebürtiger Amberger Hubert Graf von Spreti wirkte an für Oscar nominiertem Film mit
Spreti, Snowden und der Oscar

Edward Snowden in "Citizenfour": Der Whistleblower ist Hauptperson in einem Dokumentarstreifen, der nun für den weltweit renommiertesten Filmpreis nominiert ist. (Bild: hfz)
Amberg/München. (hou) Ein Interviewtermin mit ihm hätte noch im Februar sein sollen. Doch jetzt muss der Termin verschoben werden. Aus bemerkenswertem Anlass: Ein Dokumentarfilm, an dem der gebürtige Amberger Hubert Graf von Spreti maßgeblich mitwirkte, ist in den Vereinigten Staaten für den Oscar nominiert. Da sollte man dann doch anwesend sein.

Am Sonntag, 22. Februar, werden im Dolby Theatre in Los Angeles zum 87. Mal die Oscars vergeben. Es könnte gut sein, dass diesmal ein 1950 in Amberg zur Welt gekommener und seit zwischenzeitlich vielen Jahren weltweit renommierter Filmfachmann mit auf der Bühne steht.

Denn Professor Hubert von Spreti, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters Carl Graf von Spreti, war für den Bayerischen Rundfunk im Vorjahr Co-Produzent einer Arbeit, die den Namen "Citizenfour" trägt.

Nach einer Vielzahl von Preisen, die Hubert von Spreti in der Vergangenheit für seine Mitwirkung an Filmprojekten (darunter "Kirschblüten Hanami" und "24 Stunden Jerusalem") erhielt, hatte ihn die Amberger Zeitung vor zwei Wochen um ein Interview gebeten. Spreti ließ wissen: "Frühestens Ende Februar kann ich wegen eines Termins auf Sie zukommen."

Hollywood hat Vorrang

Erster Grund: die "Berlinale" in Berlin. Was als weiterer Anlass für Verschiebung des Treffens folgte, fasste der gebürtige Amberger in wenigen Worten so zusammen: "Wir sind für den Oscar nominiert." Hollywood hat Vorrang.

Im Dolby Theatre werden Leute wie Clint Eastwood, Bradley Cooper, Reese Witherspoon, Robert Duvall, Keira Knightley und dann eben auch Hubert von Spreti darauf warten, bis der legendäre Ruf ertönt: "And the winner is ..." Die US-Stars sind allesamt für Spielfilme nominiert. Spreti muss sich gedulden, bis die Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm vergeben wird.

Fünf Werke ausgewählt

In dieser Kategorie sind fünf Werke von der Jury ausgewählt worden. Darunter "Das Salz der Erde" von Wim Wenders und der 114 Minuten lange Streifen "Citizenfour", der unter der Regie von Laura Poitras (USA) gedreht wurde.

Sie hatte sich zusammen mit dem Journalisten Glenn Greenwald auf die Spur des Whistleblowers Edward Snowden gesetzt und eine Reihe von Treffen mit dem Mann arrangiert, dem die Aufdeckung von Machenschaften und Abhörpraktiken amerikanischer Geheimdienste zu verdanken ist.

Bei "Citizenfour" handelt es sich um eine Produktion von Laura Poitras und Steven Soderbergh. Als Co-Produzenten traten der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und der Bayerische Rundfunk (BR) auf. Da wiederum kam Hubert Graf von Spreti ins Spiel, der beim BR die Redaktion "Kinofilm" leitet.

Weltweit beste Kritiken

Die Erstaufführung in Deutschland war am 27. Oktober vergangenen Jahres beim Leipziger Filmfestival. Seit dem 6. November läuft "Citizenfour" bei uns in den Kinos. Der Dokumentarfilm erhielt unterdessen weltweit beste Kritiken.
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