Geglückte Neu- und Umbauten von Wohn- und Geschäftshäusern
Architektonische Schmuckstücke

Die Familien Glöckler und Hermann bauten in Schwarzenfeld ein neues Geschäftshaus, das von vielen "Architektouristen" bewundert und bestaunt wurde. Die beiden Gebäudeeinheiten bilden trotz gegensätzlicher Gestaltung ein harmonisches Ganzes. Bilder: ee
Geglückte Neu- und Umbauten von Wohn- und Geschäftshäusern, beispielhafte Architektur oder moderne Sanierungen öffentlicher Gebäude - die Liste gelungener Baumaßnahmen im Landkreis ist lang. Fünf dieser Projekte steuerte der "Architektourbus" an.

Bereits zum neunten Mal hatten der Architekturzirkel Schwandorf und die Stadt Schwandorf die beliebte Besichtigungstour auf die Beine gestellt, und rund 100 Interessierte besorgten sich ihre Teilnehmerkarten. Schirmherr Oberbürgermeister Andreas Feller und Vertreter des Architekturzirkels schickten die Gäste nach der Begrüßung und Einführung in zwei Bussen am Volksfestplatz auf die Reise. Um den Andrang an den einzelnen Gebäuden nicht zu groß werden zu lassen, nahmen die beiden Buslinien unterschiedliche Routen.

In Landschaft eingebunden

Erstes Ziel der "Linie 1" war das Museumsdepot des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen, das unter der Bauherrschaft des Bezirks mit einem Kostenvolumen von etwa vier Millionen Euro geplant und errichtet wurde. Dieser Neubau dient der Aufnahme, Dokumentation, Reparatur und Einlagerung der Objekte des Freilandmuseums. Das riesige Gebäude mit gut 12 000 Kubikmetern Volumen in Landschaft und Konzept einzubinden war eine große Herausforderung für den Architekten Georg Zunner (Amberg). Dank terrassierter Geländemodellierung, landschaftstypischer Bepflanzung, zurückhaltender Gestaltung der Holzlamellenfassade mit oberpfälzer Kiefernholz und Begrünung der Satteldachflächen gelang eine behutsame Integration.

Weiter ging die Fahrt zu einem Objekt ganz anderer Art. Sabine Messerer hat in Pfreimd gemeinsam mit Architekt Konrad Kraus (Nabburg) das großväterliche Haus aus dem Jahr 1959 mit Anbau eines Wintergartens und einer Doppelgarage zu einem wahren Schmuckstück umgebaut und saniert. Die modernen Bauelemente im Außen- und Innenbereich, die wunderbar aufeinander abgestimmte Farbgebung und die Frische und gleichzeitige Wärme der verwendeten Materialien sowie die außergewöhnliche Funktionalität aller Details - das neugeschaffene Einfamilienhaus weckte wahre Begeisterung bei den Besuchern. Gleichfalls in Pfreimd baute Dr. Volker Mertins ein Geschäftshaus, das an Charme zu wünschen übrig ließ, zu einer modernen kieferorthopädischen Praxis um. Auch hier war Architekt Konrad Kraus am Werk, und das Resultat lässt zukünftig eine optimale kieferorthopädische Versorgung zu - und das in Räumlichkeiten, in denen man sich auch wohlfühlen darf.

Mutiges Vorhaben

Schwarzenfeld war das nächste Ziel der Rundfahrt. In zentraler Lage in unmittelbarer Nähe zu Rathaus, Kirche und Friedhof war der hochmoderne Neubau eines Geschäftshauses für einen Optiker und ein Friseurgeschäft durch die Familien Lisa Hermann und Barbara Glöckler ganz sicher ein mutiges Vorhaben - seit der Vollendung von vielen Vorbeifahrenden und Fußgängern bestaunt und bewundert. Dem Architekturbüro Knipl, Pracht und Partner (Schwandorf) gelang zweifellos etwas ganz Besonderes. Die beiden Baukörper, die rechtwinkelig ineinander übergehen und eine Gebäudeeinheit bilden, kontrastieren durch eine jeweils ganz andere Proportion, Materialwahl und Farbgebung. Die Leichtigkeit und der schwebende Charakter des Obergeschosses vereinen mit den Schaufenstern in der Lochfassade des Erdgeschosses ein außerordentlich gelungenes Ganzes.

In Altstadt integriert

Als letzte Station stand "Neubau und Sanierung einer Kinderkrippe" in der Schwandorfer Kirchengasse auf dem Programm. Das Architekturbüro Karlheinz Beer (Weiden) schaffte es unter der Bauherrschaft der Stadt Schwandorf beispielhaft, im historischen Pfleghofviertel das altehrwürdige Mesnerhaus und das Otthaus einer neuen, die Innenstadt stärkenden Nutzung für Kinder umzuwidmen. Das Mesnerhaus wurde dabei erhalten, modernisiert und umgebaut, das Otthaus durch einen Neubau ersetzt. Voller frischer Eindrücke und Gefühle trafen sich die "Architektouristen" abschließend in der Schwandorfer Spitalkirche. In lockerer Runde bestand bei einem Glas Wein die Gelegenheit zu weiteren Fragen an Planer und Nutzer.
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