Gordian Maugg begibt sich auf Spurensuche zur Entstehung des Krimiklassikers "M"
"Lang"-ersehnte Biografie

Berlin. In seiner düsteren, monumentalen Großstadt-Utopie "Metropolis" schuf Fritz Lang vor rund 90 Jahren einen Meilenstein der Kinogeschichte. Auch sein 1931 entstandener erster Tonfilm "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist legendär: In einer raffinierten Montagetechnik und mit viel Licht- und Schatteneffekten spiegelt Lang darin präzise eine gesellschaftliche Atmosphäre der Zerrüttung, der Angst und des aufkommenden Nationalsozialismus.

Cineasten können sich nun auf eine außergewöhnliche Spurensuche zur Entstehung des Ausnahme-Thrillers begeben. In Gordian Mauggs Schwarz-Weiß-Collage "Fritz Lang" verkörpert Schauspieler Heino Ferch in der Hauptrolle mit Allüre und Sensibilität den sichtlich selbst von inneren Dämonen heimgesuchten Film-Grandseigneur, der als Meister des expressionistischen Stummfilms gilt.

Er trägt Frack und Monokel, schnupft Kokain und besucht die Huren Berlins - und steigt hinab in die Nacht der Seele: Nach den Erfolgen seiner Stummfilme sucht Lang einen Stoff für seinen ersten Tonfilm. Aus der Zeitung erfährt er von Serienmorden und fährt nach Düsseldorf. Dort ist der ihm bekannte Kriminalrat Gennat (Thomas Thieme) einem Frauen- und Kindermörder auf der Spur.

Mauggs Drama, das vor allem auf Langs Recherchen zu diesen Verbrechen fokussiert, nähert sich psychologisch facettenreich dem komplexen, in persönliche Schuld verstrickten Innenleben Langs. Zugleich gelingt es dem deutschen Regisseur Maugg, auch durch die schwarz-weißen Bilder und die Mischung mit viel historischem Doku-Material, die Atmosphäre von Langs Filmen einzufangen. Und nicht zuletzt erinnert Maugg mit seiner Hommage an die Regie-Größe Lang noch einmal an die außerordentlichen Verwerfungen der Umbruchjahre deutscher Zeitgeschichte um 1930.



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Regie: Gordian Maugg - Mit Heino Ferch, Samuel Finzi, Thomas Thieme - Musik: Tobias Wagner - 104 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Internet: www.wfilm.de/fritz-lang
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