Grafenwöhr: 21-jährige Vanessa Schieder bedankt sich nach schwerem Unfall bei ihren Rettern
Zurück ins Leben

Ihr Lachen kehrt zurück: Vanessa Schieder ist nach dem Unfall noch auf den Rollstuhl angewiesen, die Genesung macht aber große Fortschritte. Bild: xri

Grafenwöhr. (xri) Den Rettungskräften bot sich im August auf der B 470 bei Schwarzenbach ein Trümmerfeld. Mitten drin befand sich die 21-jährige Vanessa Schieder. Dass die junge Frau den Unfall überlebte, hat sie auch der Grafenwöhrer Feuerwehr zu verdanken.

Einen nicht alltäglichen Besuch empfing die Feuerwehr mit Vanessa Schieder. Mit ihren Eltern war die junge Frau gekommen, um sich für ihre Rettung zu bedanken. Am Sonntag, 24. August, war sie auf dem Heimweg von Weiden Richtung Grafenwöhr. Auf der B 470 geriet sie auf Höhe des Schießlweihers kurz vor Schwarzenbach in einen Verkehrsunfall. Unverschuldet wurde die heute 22-Jährige schwerverletzt in ihrem Auto eingeklemmt.

Tagelang im Koma

Die Feuerwehr war mit den Kollegen aus Schwarzenbach und Dießfurt zur Unfallstelle geeilt. Unter der Leitung des Kommandanten Hans Pappenberger befreiten die Helfer sie aus dem total demolierten Fahrzeug. Rund 30 Minuten benötigten sie dafür. Mit schwersten Verletzungen wurde die junge Frau anschließend ins Weidner Klinikum eingeliefert.

Knapp drei Monate nach dem schrecklichen Ereignis überraschte Vanessa die Helfer mit einem Geschenkkorb. Noch mehr als diese Aufmerksamkeit freute die Aktiven, dass Vanessa gute Fortschritte macht. Im Gespräch ging es um die Geschehnisse an der Unfallstelle und die Zeit danach.

Nach wie vor zwingen Verletzungen und Knochenbrüche Vanessa in den Rollstuhl. "Bis ich wieder laufen kann, kann bis zu einem Jahr vergehen", sagte sie. Von dem Unfall weiß sie nichts mehr. Erst als sie Tage später aus dem Koma erwachte, setzt die Erinnerung ein.

Hand in Hand

"Nur wer die Hilfe der Rettungskräfte wirklich benötigt hat, weiß danach, was die Aktiven in ihrer Freizeit leisten. Wir sehen nun alles aus einem anderen Blickwinkel. Wenn Rettungswagen oder Einsatzfahrzeuge vorbeifahren, wird einem ganz anders", sagte Vater Siegfried. Die Familie sei dankbar, dass die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei reibungslos funktionierte.

Dies habe der Tochter vielleicht das Leben gerettet. Feuerwehr-Vorsitzender Alexander Richter betonte, dass bei schweren Unfällen die Helfer Hand in Hand arbeiten.

"Das wichtigste ist der Zusammenhalt"

Zusammengerückt ist seit dem Unfall auch Familie Schieder. Die Eltern kümmern sich rund um die Uhr um Vanessa. Auch Schwester Jessica, Bruder Manuel mit Lebensgefährtin Stefanie und Freund Christian mit seiner Familie seien immer präsent. "Wir haben unser Zuhause und unser Leben umgestellt."

Mutter Belinda ließ sich beurlauben und pflegt nun die Tochter. "Das Wichtigste ist der Zusammenhalt in der Familie." Trotz des Schicksalsschlags blicken alle nach vorn. Auch Vanessa. "Ich möchte so schnell wie möglich wieder arbeiten", hofft die Arzthelferin im Weidener Klinikum.

Träume hat Vanessa auch wieder. "Ist alles gut verheilt, möchte ich mit meinem Freund Urlaub machen." Für die Feuerwehr war der Besuch etwas Neues. "Meist erfahren wir nichts mehr von den Unfallopfern. Umso schöner ist, wenn Menschen sich bedanken. Dies ist Lohn genug."
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