Grundsteinlegung beim Medienhaus Der neue Tag
Der Verlag schreibt Zukunft

Klaus Panzer (von rechts) war kaum mehr zu bremsen: „Ich brauche noch Mörtel“, scherzte der Mitgesellschafter, der zusammen mit Verlegerin Bärbel Panzer, Verleger German Vogelsang und Geschäftsführerin Viola Vogelsang-Reichl den Grundstein zusammen mit drei aktuellen Ausgaben der Zeitung fest im Weidener Grund verankerte. Bild: Hartl
 
Fassade des kernsanierten neuen Medienhauses - dahinter links der Neubau mit den Räumen für Redaktion und Verwaltung. Der Service kehrt nach dem Umbau zurück in das sanierte Gebäude. Architektenentwurf: nt⁄az
Weiden. Der Grundstein ist gelegt, das Geheimnis gelüftet. „Wir schreiben Zukunft“, nennt Mitgesellschafter Klaus Panzer das Motto von Neubau und Sanierung des Verlagsgebäudes an der Weigelstraße. Will heißen: Kernkompetenz ist und bleibt das Schreiben und Verbreiten von Nachrichten.

Bei der Grundsteinlegung am Mittwoch ließen die Gesellschafter des Medienhauses „Der neue Tag“ jedoch eine Weiterentwicklung des Areals bewusst offen. „Als einer, der 1971 noch dabei war, als das Gelände hier in den Naabwiesen bebaut wurde“ meldete sich Verleger German Vogelsang zu Wort. „Zur Thematik unserer Immobilien ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ Fakt sei: Der Verlag selbst werde kein Risiko auf branchenfremdem Terrain eingehen – weder als Betreiber eines Hotels noch eines Projekts „Betreutes Wohnen“.

11-Millionen-Investition

Das Medienhaus investiert elf Millionen Euro in die Sanierung des Haupthauses und in den neuen Anbau. NT/AZ-Geschäftsführerin Viola Vogelsang-Reichl sagte, die Schaffung moderner und attraktiver Arbeitsplätze stehe derzeit im Mittelpunkt der Planungen.

„Wir sind Zeitzeugen dieses historischen Augenblicks“, hängte Bürgermeister Jens Meyer (SPD) die Latte hoch. Die Stadt verändere ihr Gesicht und das Medienhaus mit ihr. Die Politik sei den Verlegerfamilien dankbar, dass sie ein „klares Bekenntnis zu unserer Stadt, zu unseren Bürgern“ ablegten. „Was wäre der Morgen ohne Tageszeitung?“, fragte er. „Für mich und viele undenkbar.“

Die Regionalausgaben des Medienhauses dokumentierten aktuelles Geschehen vor Ort und leisteten „tagtäglichen Geschichtsunterricht“ wie anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes. „Das tun sie seit vielen Jahrzehnten“, lobte Meyer, „es ist eine herausragende Leistung, sich so lange am Markt zu behaupten.“

Auch wenn man dem Bau nicht ansehe, ob er gesegnet sei, so fehlte es ohne Segen doch an Substanz: „Einen anderen Grund kann niemand legen“, zitierte Dekan Wenrich Slenczka Paulus, „als der, der gelegt ist, Jesus Christus.“ Zusammen mit dem katholischen Kollegen Andreas Uschold sprach er die Segensformel. „Wenn es kein Fundament hätte, würde es nicht lange stehen.“

Alte Werte im Kern

Den historischen Bogen schlug Verleger Klaus Panzer: „Im nächsten Jahr wird der Verlag 70, ich feierte vergangene Woche meinen 70.“, zog er die Parallele. „Vor fünf Jahrzehnten war hier noch grüne Wiese“, verdeutlichte er die Pioniertat, für die der damalige Verlagsdirektor Fritz Husslein entscheidender Motor gewesen sei. Rund 25 Jahre sei hier die Hochdruckrotation gelaufen, noch 15 Jahre ihr Nachfolgemodell. „Fast ein halbes Jahrzehnt ist das neue Druckzentrum nun schon wieder in Betrieb.“

Die alten Hallen und der imposante Turm, der als Pendant zur Max-Reger-Halle die Weigelstraße geprägt habe, würden nicht mehr gebraucht. „Wir hätten den Rotationsbau gerne miteinbezogen“, bedauerte Panzer, „fanden aber leider keine Lösung.“ Immerhin sei es den Architekten Hermann Rauh und Jens Willing gelungen, das Frontgebäude zu erhalten: „Einen Abriss hätten wir nicht übers Herz gebracht – durch den Rückbau bis auf den Rohbau konnten wir im Kern alte Werte erhalten.“
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