Grunzende Haustiere

Einen Hund als Haustier oder eine Katze, das haben viele Leute. Die 15-jährige Justine dagegen hat ungewöhnliche Tiere. Sie grunzen und quieken. Das Mädchen hält Minischweine im Garten.

Ein Teil des Gartens ist mit einem Holzzaun abgetrennt. Auf dem Boden liegen Sand, Stroh und Bälle. Mittendrin schnüffeln drei Schweine mit ihren Nasen über den Boden und grunzen leise. Um sie herum wuseln viele kleine Ferkel. Jedes einzelne sieht ein bisschen anders aus. Manche haben rosafarbene Haut mit schwarzen Flecken. Andere sind schwarz und haben rosa Füße. Sie alle gehören der 15-jährigen Justine aus Berlin und ihrer Familie.

Grunzen und Nase

"Schweine waren schon immer meine Lieblingstiere, seit ich klein war", sagt das Mädchen. "Am coolsten finde ich das Grunzen und die Nase, aber auch, dass sie zu einem kommen und man mit ihnen spielen kann." Weil Justine nicht locker ließ, erkundigte sich ihre Mutter im Internet über Minischweine. "Dann haben wir uns welche angeschafft, weil die voll süß waren."

Vorsichtig geht Justine auf das Holzhäuschen am Stall zu und schaut hinein. Plötzlich springen die Ferkel auf und laufen aufgeregt nach draußen. Die Großen klettern schon mit ihren Füßen auf die Holzlatten und schauen über den Zaun in Richtung ihrer Besitzerin. Es sieht aus, als ob sie Männchen machen.

"Das haben mein Bruder und ich ihnen beigebracht", sagt Justine. "Das machen sie, wenn man mit Futter kommt. Sie kommen dann hoch und wollen gekrault werden." Seitlich und zwischen den Ohren streift Justine mit ihrer Hand entlang. Die Haut der erwachsenen Schweine ist aber nicht gerade weich. "Die Großen haben leicht schuppige Haut und relativ dicke Borsten", erklärt Justine. "Das fühlt sich schon ein bisschen so an wie bei einem Besen, wenn man die krault."

Streicheln und kuscheln

Mit einem kleinen Futtereimer in der Hand steigt Justine über den niedrigen Zaun und setzt sich mitten in den Stall zu den Schweinen. Sie streichelt die größeren Schweine und kuschelt mit ihnen. Die Ferkel trauen sich noch nicht so nah an sie heran. Die Kleinsten bleiben eng beieinander und halten sich in einer anderen Ecke auf. Ein Ferkel versucht, ein paar Mal auf einen Ball zu klettern und rutscht dabei zur Seite ab.

Wenn man die Schweine füttert, muss man aufpassen, sagt Justine. Manchmal erwischen die Tiere einen Finger statt Futter. "Es tut echt weh, wenn die einen aus Versehen beißen, auch schon bei den Kleinen." Solche Dinge könne man den Schweinen aber abgewöhnen. Die erwachsenen Schweine seien nicht mehr so grob wie die Babys.

Um mit einem Ferkel zu schmusen, muss Justine eines fangen. Das ist gar nicht so leicht. Von einer Ecke in die andere laufen die Miniferkel, Justine hinterher. Schließlich hat sie eines erwischt. Jetzt beeilt sie sich, mit ihm auf dem Arm schnell aus dem Gehege zu kommen. Denn wenn das Ferkel anfängt, laut zu quieken, will die Mutter es beschützen und greift eventuell Justine an.

Dieses Mal sei das Ferkel aber schon ruhiger. Es war schon ein paar Mal bei Justine auf dem Arm. "Sobald die Ferkel es gewöhnt sind und einen kennen, wird es besser", sagt sie. "Dann muss man auch nicht mehr so doll festhalten und kann die extrem weiche Haut kuscheln." (dpa)
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