"Hail, Caesar" ab heute im Kino
Liebeserklärung der Coen-Brüder

In dem Eröffnungsfilm der Berlinale ist die schöne Scarlett Johansson die nicht minder hübsche Schauspielerin DeeAnna Moran.
 
Superstar George Clooney spielt Baird Whitlock, der Caesar spielt. Bilder: Universal Pictures/dpa (2)

Was gibt es Schöneres, als die Berlinale mit einer wundervollen Hommage an das Kino der 1950er Jahre beginnen zu lassen. Die Coen-Brüder Ethan und Joel hangeln sich in "Hail, Caesar" lustvoll von Genre zu Genre und spicken ihren Film mit Anspielungen.

Berlin. Dafür haben sie das perfekte Grundgerüst gewählt: Ein Film übers Filmemachen. Es geht um die Geschichte des von Josh Brolin gespielten Eddie Mannix, der für die Produktionsfirma Capitol arbeitet. Er ist einer, der zum Zuge kommt, wenn die makellose Fassade der Filmstars zu bröckeln droht. Mannix greift ein, als die bereits zweifach geschiedene DeeAnna Moran (Scarlett Johannson) ein uneheliches Kind erwartet. Oder wenn es darum geht, die beflissenen Reporter-Schwestern Thora und Thessaly Tacker (Tilda Swinton in einer Doppelrolle) davon abzuhalten, Klatsch zu veröffentlichen.

Derweil muss Regisseur Laurence Laurentz (Ralph Fiennes) den Western-Held Hobie Doyle (Alden Ehrenreich) in seinem Film integrieren. Einer, in dem elegante Kleider und ein vornehmer Umgang dominieren. Doyle tauscht Cowboyhut und Lasso gegen Anzug und Fliege ein. Das neue Outfit schnürt ihn sichtlich ein. Das alles will einfach nicht zu ihm passen. Anstatt grazil zum Divan zu schreiten, stapft der Western-Star unbeholfen die Treppen hinab und setzt sich breitbeinig neben die Darstellerin. All die gutgemeinten Regieanweisungen von Laurentz helfen nichts. Für seinen Tipp, dass Doyle seinem Text ein "freudloses Lachen" voranstellen soll, erntet der Regisseur nicht nur einen völlig entgeisterten Blick, sondern vor allem eine ziemlich miese Umsetzung. Als Doyle schließlich immerzu "blosso" statt "bloß so" in die Kamera sagt, reicht's dem Filmemacher, und er lässt seinen Dampf bei Mannix aus.

Schauspieler entführt


Der gewiefte Mannix meistert all die prekären Situationen. Allerdings kann er nicht verhindern, dass Statisten den Star Baird Whitlock (George Clooney) vom "Hail, Caesar"-Set entführen. Kommunistische Drehbuchschreiben halten ihn in einer Strandvilla fest - der größte Film des Jahres von Capitol droht zu platzen, weil die Schlussrede des Schauspielers noch nicht abgedreht ist. Es ist wohl kein Zufall, dass der Regisseur, der ob dieser misslichen Lage verzweifelt, aussieht wie Cecil B. DeMille, der für seine Monumentalfilme wie "Die zehn Gebote" bekannt geworden ist. Auch "Hail, Caesar" zählt zu diesem Genre.

Eine von vielen Parallelen, die sich im Film wiederfinden. Die wundervoll synchronen Bilder, welche die Coens bei der Tanzeinlage Channing Tatums mit seinen Matrosen-Kumpels im Film einfangen, erinnern an alte Musical-Streifen. Die Brüder wechseln innerhalb weniger Minuten zwischen Western, Film noir und Kostümfilm. Den Streifen komplett machen die für die Coens typisch genialen und aberwitzigen Dialoge sowie der glamouröse Cast.

Star-Glanz in Berlin


Für den Glanz auf der Berlinale sorgt vor allem George Clooney. Er lacht routiniert -charmant in die Kameras und witzelt pressetauglich: "Wenn ich etwas Nettes über die Coen-Brüder gesagt habe, war ich betrunken." Die Geschwister Ethan und Joel sind viel zurückhaltender und präsentieren sich eher verkopft. Macht nichts. Dafür haben sie den Cineasten eine wundervoll intelligente und humorvolle Liebeserklärung an das Kino in die Hauptstadt mitgebracht.

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Regie: Ethan und Joel Coen - Mit Josh Brolin, George Clooney, Ralph Fiennes, Tilda Swinton, Channing Tatum, Scarlett Johansson, Jonah Hill und Frances McDormand - Musik: Carter Burwell - 106 Minuten - Ohne Altersbeschränkung - Im Internet: www.hail-caesar-film.de
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