"Hansi" startet noch einmal durch

Er hat Goldene Schallplatten bekommen wie kaum ein anderer im Showgeschäft. Doch ein Karriereende ist für James Last nicht in Sicht. "Es macht noch immer Spaß", sagt er. Bild: Frank Zauritz

Deutschland machte sich Sorgen um ihn. Bandleader James Last musste operiert werden, es war ein schwieriger Eingriff. Doch der 85-jährige Altmeister des Bigband-Sounds hat sich erstaunlich rasch erholt. "Mir geht es gut", hat er in einem Gespräch gesagt und hinzugefügt: "Die neue Tour kann losgehen."

Der Mann, den sie "Hansi" nennen, ist eine Legende. Hoch betagt unterdessen und dennoch ungebrochen in seiner Schaffenskraft. Seit über fünf Jahrzehnten im Showgeschäft und als Chef einer Bigband der letzte "Dinosaurier" seines musikalischen Genres. Wenn James Last und seine Solisten auf den Bühnen Europas stehen, gibt es kein Playback. Seine Songs sind handgemacht und bis heute von einer unerreichten Vielseitigkeit. Die Kulturredaktion führte mit ihm dieses Interview.

Guten Tag, Herr Last. Zuerst die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen? Was macht die Gesundheit? In Deutschland war man in Sorge um Sie.

James Last: Die ganze Sache war auch nicht einfach. Sie haben mich am Darm operiert und ein Stück davon entfernt. Jetzt ist alles überstanden und es geht mir wieder gut.

Sie starten im Frühjahr 2015 eine neue Tournee. Wo wird geprobt?

Last: Es wird 23 Konzerte geben. In Deutschland und auch in der Royal Albert Hall in London. Die Arrangements schreibe ich daheim bei mir am Computer. Dann werden sie an die 40 Musiker verschickt. Vor dem Tourstart treffen wir uns über mehrere Tage hinweg in Bayreuth und proben miteinander.

In der Band rücken ja immer auch neue Leute nach. Gibt es denn noch Musiker, die damals am Beginn der James-Last-Karriere mit dabei waren?

Last: Es sind nur noch zwei. Beide sind 40 Jahre mit mir unterwegs.

Hat der Bigband-Sound noch immer eine Chance? Sie sind ja der letzte Große in diesem Geschäft. Alle anderen Orchester, die mit Ihrer Band vergleichbar waren, gibt es nicht mehr.

Last: Der Bigband-Sound hat Zukunft. Davon bin ich überzeugt. Wir werden sehen, was kommen wird.

Sie haben ein Haus in Florida und eines in Norddeutschland. Wo ist es schöner?

Last: Schwierig zu sagen. Wenn ich mit meiner Frau drüben in den Staaten bin, freuen wir uns nach einer gewissen Zeit auf unser Zuhause in Deutschland. Und umgekehrt ist es nicht anders.

Sie haben ja mehrere Hundert Alben im Laufe Ihrer Karriere produziert. Wird es eine neue CD geben?

Last: Nein. Die Produktionskosten sind heutzutage sehr hoch. Da gehen die Firmen nicht mehr so gerne an ein solches Projekt.

Auf was darf sich Ihr Publikum in den Konzerten freuen?

Last: Auf eine Mischung aus allem, was in den vielen Jahren von uns so gemacht worden ist. Natürlich auch mit Musik von jüngeren Künstlern wie etwa Christine Aguilera.

Werfen Sie mal einen Blick in das momentan aktuelle Showgeschäft. Wer gefällt Ihnen am besten?

Last: Keine Frage: Helene Fischer. Das ist bestes Entertainment, was sie da macht. Deutschland hat einen Star wie diese Frau gebraucht.

Weihnachten ist in Sichtweite. Wo werden Sie feiern?

Last: Zusammen mit meiner Frau in Florida. Gemeinsam ein paar ruhige Stunden, auch der Kirchgang gehört dazu. Und danach sind alle Blicke auf die Tournee 2015 gerichtet.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.jameslast.com
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