Harmonie unter Fremden

86 Musiker aus 32 Nationen verschmolzen am Ostermontag unter dem Dirigat von Simon Gaudenz zu einem imposanten und harmonischen Gebilde. Bild: Kunz

Osterfestival Nördliche Oberpfalz hing am seidenen Faden. Erst im August waren ausreichend Sponsoren gefunden und das Traditionsfestspiel gesichert. Am Ostermontag demonstrieren 86 junge und hochmotivierte Musiker aus 32 Nationen Geschlossenheit. Ihre gemeinsamen Sprachen sind Englisch und die Musik.

Weiden. Obwohl sie nur eine Woche zusammen intensiv probten, überzeugen die Teilnehmer der "Internationalen Jungen Orchesterakademie" ihr Publikum in der Max-Reger-Halle mit einer überzeugenden und effektvollen Klangfülle.

Weitreichende Möglichkeiten bieten die beiden Werke von Ludwig van Beethoven und Anton Bruckner, die zur Aufführung kommen. Es erfordert jede Menge Fingerspitzengefühl, Nachwuchstalente, aus allen Himmelsrichtungen kommend und mit jeweils einem ganz persönlichen Ausbildungs-Hintergrund, unter einen Hut zu bekommen.

Überraschende Ergebnisse

Aus dieser Talent-Vielfalt innerhalb nur einer Woche eine Einheit zu schmieden, ist extrem anspruchsvoll und verlangt entsprechendes Einfühlungsvermögen. Die Aussicht, dass die Arbeit mit einer solchen Besetzung aber durchaus spannend, gepaart mit überraschenden Resultaten, sein kann, motiviert Dirigent Simon Gaudenz: "Wenn es einmal läuft, gibt es nach oben keine Grenzen mehr." Seine Einschätzung spiegelt sich vollumfänglich im Konzert und in der Reaktion des Publikums wider. Für das glänzend aufgelegte Orchester, das mit viel Spielfreude Beethovens Symphonie "Nr. 1 C-Dur" und Bruckners Symphonie "Nr. 6 A-Dur" präsentiert, warten langanhaltender Applaus und stehende Ovationen.

Alles auswendig

Der 40-jährige Schweizer Simon Gaudenz dirigiert zupackend und engagiert. Er verzichtet auf Notenblätter, denn er kennt die Partituren auswendig und weiß bei jeder einzelnen Note genau, was er will. Dabei legt er großen Wert auf Transparenz, auf das "sprechende Spiel", das sich dem Zuhörer vor allem bei Beethoven hörbar macht.

Wie Gaudenz seine Streicher anhält, mit dem Bogen zu sprechen, oder die Bläser motiviert, mit der Zunge zu artikulieren, hinterlässt nachhaltigen Eindruck. Diese Methode schafft Flexibilität und vor allem die Möglichkeit zu stets frischen Tempi.
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