Harrys Brille unter Glas

Wer schon immer mal Harry Potters Schlafzimmer in Hogwarts besuchen wollte, hat ab Freitag dazu die Gelegenheit: Im Kölner Odysseum sind dann original Requisiten aus den acht Potter-Filmen zu sehen. Bild: dpa

Wie Reliquien werden in Köln die Requisiten der Harry-Potter-Filme ausgestellt. Harrys Brille, Snapes Umhang. Die große Frage ist: Wirkt die Magie noch?

Matthew Lewis heißt der Film-Promi, der für die am Freitag beginnende Harry-Potter-Ausstellung in Köln Reklame machen soll. Matthew Lewis - bei dem Namen klingelt's auch nicht unbedingt bei Leuten, die alle acht Filme gesehen haben. Der heute 25-Jährige war der Darsteller von Neville Longbottom, Harrys meistunterschätztem Freund, der am Ende als Erster seine Stimme gegen den Dunklen Lord Voldemort erhebt und dessen Schlange Nagini killt.

Riesige Fangemeinde

All das ist jetzt schon ein Weilchen her. Das letzte Buch kam 2007 raus, der letzte Film 2011. Seitdem ist es ein bisschen still geworden um den englischen Zauberer. Die große Frage ist: Wirkt die Magie noch? Andy Waschk, Geschäftsführer des Wissenschaftsmuseums Odysseum, in dem die Ausstellung stattfindet, ist naturgemäß optimistisch. In Amerika, Asien und Australien war die Ausstellung schon an zehn Orten zu sehen, und jedes Mal kamen zwischen 280 000 und 400 000 Besucher. In Deutschland ist Köln die einzige Station. Die Besucherzahl werde "auf jeden Fall sechsstellig", meint Waschk. "Die Fangemeinde ist nach wie vor riesig. Jeder Deutsche hat für Harry Potter durchschnittlich 8 Euro an der Kinokasse ausgegeben."

Die Ausstellung zeigt in stimmungsvollem Arrangement Originalzubehör aus allen acht Filmen. Wie Reliquien werden die Requisiten präsentiert, viele unter Glas. So wie früher die Wallfahrer nach Köln pilgerten, um die Gebeine der Heiligen Drei Könige zu sehen, sollen sie jetzt für die Brille von Harry Potter anreisen. "Die echte Brille, die Daniel Radcliffe wirklich auf der Nase gehabt hat", wie eine Sprecherin betont. Sie sieht völlig unscheinbar aus, genauso wie jede x-beliebige runde Brille. Es ist die dazugedachte Aura, die sie zu etwas Besonderem macht.

Umhang und Blumen

Auch der Umhang des düsteren Professor Snape ist dabei. "Wenn Alan Rickman den anhatte und durch die Kulissen lief, war er furchterregend", erinnert sich Matthew Lewis alias Neville Longbottom. "Aber wenn man sich mit ihm unterhielt, war er der Netteste der Welt." Ein bisschen was Interaktives gibt's auch, die Kinder können zum Beispiel Gnome aus Blumentöpfen reißen, die dann quietschen. "Alraune", wie der Potter-Kenner weiß. Außerdem kann man Quidditch-Bälle werfen, ganz analog.

Für Matthew Lewis ist das Gryffindor-Schwert das tollste Ausstellungsstück. "Ich hab's hier zum ersten Mal seit Jahren wiedergesehen. Das ruft bei mir sofort ganz viele Erinnerungen wach, wie ich das in der Schlussszene im letzten Film hatte, wie ich da mit Lord Voldemort, mit Ralph Fiennes, gefilmt habe. Neville war eine fantastische Rolle!" Es muss sich noch zeigen, ob es Matthew gelingen wird, von Neville je wieder loszukommen.
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