Im Schloss Theuern leben alte Erzählungen von Hexen, Druden und vom Dammer mit dem Hammer ...
In der Raunacht, wenn die Wilde Jagd kommt

Sie ließen es den vielen Besuchern im Großen Saal des Schlosses Theuern zeitweise schon etwas gruselig werden: die Schiache Luz mit ihrer Sichel, der Dammer mit dem Hammer und der Krampus in seinem Zottelpelz. Früher waren sie aber als Kinderschreck wesentlich erfolgreicher als heute. Bild: e
Im Advent und zum Jahresende, da waren in alten Zeiten finstere Gestalten unterwegs - im zottigen Pelz Knecht Ruprecht, der Krampus mit dem Sack, der Dammer mit dem Hammer, die schiache Luz. Am schlimmsten waren die Raunächte, die letzten sechs Nächte im alten und die ersten sechs im neuen Jahr, wenn Hexen und Druden ihr Unwesen trieben oder die Wilde Jagd übers Land tobte und alles mitriss.

Angst vor der Luzi

"Druckt euch a manchmal Drud?", hielt sich angstvoll die Mär von der unheilbringenden Frau, der nie ein Mensch wirklich gewahr wurde. Im Vilstal, da schlich die Luzi nächtens zwischen den Häusern rum, sie jagte den Kindern Höllenangst ein. "A Mölterl voll Blut, a Schwingerl voll Därm" hieß es über sie, andere verspotteten die Luz: "Luzi, Luzi, dei Hemmad steit fier, geh auße und stecks eini, nacha tanz i mit dir." Die Mägde soll sie am Heiligen Abend aufgeweckt haben: "Steh auf, alte Frettn, geh in d'Mettn." Brave Kinder wurden von Knecht Ruprecht aus dem Walde belohnt, unartige wurden bestraft, das war die Bescherung in ihrer ursprünglichen Form. In einer (ur-)alten Zeit, die am Sonntag im Schloss Theuern mit der Oberpfälzer Raunacht wieder auferstand.

Der Aberglaube feierte Urständ im proppenvollen Großen Saal. Kreisheimatpflegerin Martha Pruy hatte ein Programm zusammengestellt, das geeignet war, sich mit etwas Fantasie in die alten Zeiten zurückzuversetzen. Für die mystischen Melodien und Lieder sorgte die Hirschauer Hausmusik. Mit "Anklöpflerin" oder "Knecht Ruprecht aus dem Walde" sowie "Krampus bum bum", "Gabis Wiegenlied" und der "Hexenpolka" wurden die Besucher in die düsteren Raunächte geholt, Brigitte Groher sang dazu.

Christine Grasser und Doris Weih erzählten von der Raunacht und von der Thomasnacht, von den Hexen und der Drud. Zwei Perchten vom Trachtenverein Schnaittenbach mischten auch mit. "Traum" und "Neujahrsruf" war das musikalische Finale der Hirschauer Hausmusik. Ob den einen oder anderen Zuhörer heuer die "Drud" druckt?
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