"Im Zeichen der eigenen Sammlung"

Auch Carlo Menses "Abendliches Vorstadtbild" von 1930 ist im nächsten Jahr im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg zu sehen. Bild: Wolfram Schmidt

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie bedient sich 2015 vor allem aus seinen Beständen. Fotografie, Skulptur, Gemälde: Im kommenden Ausstellungsjahr deckt es viele Sparten ab.

Regensburg.Das kommende Jahr beginnt mit einem Erfolg, so viel lässt sich jetzt schon andeuten. Denn das Kunstforum Ostdeutsche Galerie verlängert seine gut besuchte Kokoschka-Ausstellung. Bis zum 1. Februar ist die Schau "Oskar Kokoschka und die Prager Kulturszene" in dem Regensburger Museum zu sehen. Sie leitet gleichzeitig ein ins Ausstellungsjahr 2015. Dessen Programm stellte das Kunstforum nun offiziell vor.

Bilder aus eigenem Depot

"Das Jahr 2015 steht im Zeichen der eigenen Sammlung", fasste Dr. Agnes Tieze die kommenden Ausstellungen zusammen. Sowohl die Sommerausstellung "Erlebnis Skulptur!" als auch eine Schau zum Thema Neue Sachlichkeit werden vor allem durch Schätze aus dem eigenen Depot bestückt, sagt die Direktorin des Kunstforums.

Konkret geht es nach Kokoschka weiter mit einer Präsentation zu Stefan Moses. Der Träger des Lovis-Corinth-Preises 2014 wird im Kunstforum Ostdeutsche Galerie vom 1. März bis zum 31. Mai 2015 vorgestellt. Der Fotograf gilt nicht umsonst als einer der wichtigsten Vertreter seines Fachs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Portraits von Schriftstellern, Wissenschaftlern, Politikern und Künstlern, aber auch von einfachen Bürgern zeichnen Stefan Moses als Chronisten der deutschen Nachkriegsgesellschaft aus.

Mit Deutschland suchte sich der Fotograf das seiner Meinung nach "interessanteste Land der Welt" als zentrales Thema aus. Im Kunstforum zeigt der heute in München lebende Moses die Werkgruppen "Deutsche - West, Deutsche - Ost", "Künstler machen Masken" und "Deutschlands Emigranten".

Weiter geht es im Jahresprogramm mit der Sommerschau. "Erlebnis Skulptur!", lautet deren Motto vom 27. Juni bis zum 27. September 2015. Gezeigt werden Bildwerke aus dem Depot des Kunstforums Ostdeutsche Galerie. Rund 500 Exponate von mehr als 140 Künstlern umfasst die hauseigene Sammlung an Skulptur, Plastik und dreidimensionalen Objekten. Eine Auswahl von etwa 100 Bildwerken soll nun erstmals einen umfassenden Einblick geben in diesen Bestand.

"Die teils chronologisch, teils thematisch angelegte Schau lässt die Stilrichtungen der letzten 200 Jahre Revue passieren", heißt es in der Ankündigung des Kunstforums. Werke von Hugo Lederer, Käthe Kollwitz oder Bernhard Schultze geben zudem einen Einblick in verschiedene Materialien und Techniken. Auch die Freiplastiken im Stadtpark sollen in die Ausstellung eingebunden werden.

"Messerscharf und detailverliebt. Werke der Neuen Sachlichkeit" lautet der Titel der dritten großen Ausstellung des Kunstforums im Jahr 2015. Die Schau läuft vom 31. Oktober 2015 bis zum 31. Januar 2016. Das Kunstforum beleuchtet dabei die Neue Sachlichkeit, die in den 1920-er Jahren als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg und dessen Folgen entstand, auf spezielle Weise: Es soll vor allem gezeigt werden, wie dieser Stil von Künstlern in West- und Ostpreußen, Pommern und Schlesien aufgenommen wurde.

"Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Breslauer Kunstakademie, die in der Regensburger Sammlung gut vertreten ist", so der Ausblick von Seiten des Kunstforums. Zu den gezeigten Künstlern gehören Otto Dix, Conrad Felixmüller, Wilhelm Dressler und Fritz Erler.

Ergänzt werden die Ausstellungen des Kunstforums auf bewährte Weise durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Führungen, Workshops, Vorträge und Lesungen begleiten jede Schau. An vier Sonntagen findet das Kunstfrühstück mit üppigem Buffet, Führungen und Kinderprogramm statt.

"inKOGnito" aus dem Leben

Parallel zur etablierten Kurzführungsreihe "KOG-tail", bei der Wissenschaftler des Hauses ausgewählte Themen vorstellen, startet 2015 die neue Reihe "inKOGnito". Hier sprechen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens über künstlerische Themen, die sie beschäftigen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kunstforum.net
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