Impulse durch himmlische Boten

Er steht für klare Strukturen, flächige Hintergründe und die direkte Vermittlung spiritueller Inhalte. Sie verfolgt konsequente Linien und widmet sich überwiegend den Farbklängen als Ausdruck ihrer Seele. Die Werke von Jürgen Fischer und Sandra Hosol sind außergewöhnlich und entstehen in einem urigen Atelier in dem kleinen Dorf Roschau.

In dem ehemaligen, hellen Kuhstall mit herrlichem Blick auf die Wallfahrtskirche St. Felix, Weiden und den Basaltkegel von Parkstein hat sich das Künstlerpaar eingerichtet. Hin und wieder lassen sie sich bei Kaffee und Kuchen oder bei einer Atelierschau über die Schulter schauen und präsentieren ihre Bilder, die überwiegend in Acryl- oder Kreidetechnik entstehen.

Jürgen Fischer, Jahrgang 1959, geboren in Roding, aufgewachsen und lebend in Weiden, malt seit seinen späten Jugendjahren. Die Technik brachte er sich zunächst autodidaktisch bei und erlernte sie später während eines Studiums der Kunsttherapie in Nürtingen. Sein großes Talent verschaffte ihm auch zwei Stipendien bei der damaligen Plaas-Stiftung in Lindau. Nach einer Ausbildung zum Heilpraktiker und der Praxiseröffnung 1991 konzentrierte er sich mehr auf diese Tätigkeit.

Frische Farbe

Doch die Malerei ließ ihn nicht los und rückte vor zwölf Jahren wieder mehr in den Mittelpunkt. Neben der Landschaftsmalerei mit der Darstellung von alten Oberpfälzer Höfen in ihrer Urtümlichkeit und Blicken ins Untergehölz setzt er sich seit geraumer Zeit mit den himmlischen Boten, auch Engel genannt, auseinander. Sie inspirieren ihn immer wieder zu neuen Ausdrucksaspekten. "Den Impuls gab mir die romanische Malerei", erzählt der Maler im Atelier, in dem es nach frischer Farbe riecht und in dem in jeder Ecke stapelweise Bilder von seinem künstlerischen Schaffen künden.

Elementare Kraft

Dabei stellt er die Engel nicht naiv oder kindlich dar, sondern als elementare Kraft, vor der sich der Betrachter bei der Konfrontation durchaus fürchten soll und kann. In seinen teils großflächigen Motiven verarbeitet er auch eigene Erlebnisse. Die einzigartigen Werke sind für Fischer eine Rückbesinnung auf die Nichtsichtbaren, doch ständig Anwesenden.

Sandra Hosol, geboren 1985 in Weiden, ist eigentlich freischaffende Musikerin und bekam 2000 den Franz-Grothe-Preis der Städtischen Musikschule Weiden für ihr Klavierspiel. Sie komponiert auch selbst Musik, die zu Herzen gehen soll. Ihr Innerstes offenbart sie auch in ihren überwiegend abstrakten Werken. In zartem Farbenspiel - momentan blau - gebären sich abstrakte Formen zu ungreifbaren Erinnerungen an eine Landschaft, die aber greifbar genug sind, um in ihnen eben die Natur in ihrer Ursprungsform wiederzuerkennen. Ihr Handwerk lernte sie an der Fachoberschule Weiden und mehreren Semestern Studium der Visuellen Kommunikation und freien Malerei an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Sehenswert sind auch ihre Porträts und Zeichnungen mit skurrilen Themen.

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Fischer zeigt noch bis 2. November unter dem Thema "Das Anwesende in Ort und Gestalt" seine Werke im Künstlerhaus Schirnding. Am 6. Dezember planen beide Künstler eine Werkschau in ihrem Roschauer Atelier, bei der die Bilder von Sandra Hosol im Vordergrund stehen sollen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Roschau (16)Oktober 2014 (9309)
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