Internationale Orgelwoche Nürnberg gibt vom 3. bis 12. Juni innovativ den Ton an
Klanggewaltig in die Zukunft

Die Berliner Dramaturgin Ilka Seifert und Folkert Uhde, künstlerischer Leiter der ION, haben für den 9. Juni einen Musiktheaterabend "Friends of Amarillis" entwickelt. Das Motto "Zukunft" mit Harfe und Violine klanglich zum Tragen kommen. Bild: Uhde

Von Günter Kusch

Nürnberg. Muss er etwa um sie bangen? Oder hat er das Motto "Zukunft" für die 65. Ausgabe der Internationalen Orgelwoche Nürnberg (ION) zufällig gewählt? Nachdem im vergangenen Jahr wichtige Sponsoren wegbrachen, ist das Musikfest mehr denn je auf privatwirtschaftliche Finanzspritzen angewiesen. Auch wenn neue Förderer gewonnen wurden, ist ein Ziel für die Zukunft laut künstlerischem Leiter Folkert Uhde rasch erklärt: "Wir müssen die jährliche Zitterpartie überwinden und mittelfristig eine gesicherte Etatpolitik fahren können." Uhde, der heuer sein viertes Festival "designt", setzt auf innovative und unkonventionelle Konzertformate.

Besonderes Erlebnis


Dafür steht bereits die Festival-Eröffnung am Freitag, 3. Juni, wenn die gotische Lorenzkirche zur Kulisse für eine außergewöhnliche Aufführung von Bachs h-Moll-Messe wird. "Licht, Architektur und Musiker korrespondieren in jedem der fünf Teile und bieten eine eigene Deutungsebene an", so Uhde. Den musikalischen Part übernehmen das Concerto Köln, der Chor des Bayerischen Rundfunks und Solisten unter Peter Dijkstra. Das Konzert wird von BR und Arte concert mitgeschnitten.

Weitere Höhepunkte sind das musikalische Storytelling-Projekt "Liebesanfänge" am Sonntag, 5. Juni. Barocke Liebeslieder werden mit Videointerviews kombiniert, bei denen Menschen von Liebe und Sehnsucht erzählen. Am Montag, 6. Juni, setzt Generalmusikdirektor Marcus Bosch mit der Staatsphilharmonie in St. Sebald seinen ION-Brucknerzyklus fort. Und hinter "Alif: split in the wall" verbirgt sich am Freitag, 10. Juni, in St. Lorenz ein Konzertexperiment, das fünf Stunden dauert und die Zuhörer in einen begehbaren Aufführungsraum entführt. Die Installation stammt von der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota, die ihre Besucher in Erregung versetzen, zur An- und Entspannung bringen will.

Sehnen des Menschen


Natürlich gibt es wieder Klassiker wie das Renaissancefest am Sonntag, 5. Juni, im Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal, sowie den Stummfilm mit Orgelimprovisation. Diesmal wird am Samstag, 11. Juni, Walter Ruttmanns "Berlin - Die Sinfonie der Großstadt" von 1927 gezeigt und von David Franke an der Orgel der Meistersingerhalle vertont.

Mit der vielleicht berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten klingt die ION am Sonntag, 12. Juni, in St. Sebald aus: Claudio Monteverdis "L Orfeo" ist eine Parabel über den ewigen Wunsch, das Schicksal zu verändern und sich über Höheres hinwegzusetzen. Die "lautten compagney Berlin" hat dafür ein großes Ensemble von Vokalsolisten, Instrumentalisten und einem eigenen Chor zusammengestellt.

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Weitere Informationen:

www.reservix.de
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