Jared "Evil" Hasselhoff zu Besuch in Neustadt
Das Schönste und das Biest

Keineswegs als "Bad Boy", sondern als liebenswerter Gast erwies sich der US-amerikanische Musiker Jared "Evil" Hasselhoff (links) bei seinem Besuch in Neustadt am Kulm. Freudig überrascht, dass er erkannt wurde, stellte er sich mit Björn Nitz und Gastwirt Daniel Schröder (rechts) zu einem Erinnerungsfoto. Bild: ww

Der fast zwei Meter große Hüne fiel Daniel Schröter gleich auf. Mit einer Handvoll anderer Gäste war er in die Gastwirtschaft "Zur Sonne" gekommen. Sein Gesicht kam dem Neustädter zwar sehr bekannt vor, doch die Arbeit in der Küche ließ den 31-Jährigen seinen ersten Gedanken wieder vergessen - bis das Telefon läutete.

Neustadt am Kulm. (luk/ww) Am anderen Ende der Leitung war Björn Nitz - ganz aufgeregt: "Du, der ,Evil' sitzt in deiner Gaststube." Daraufhin schaute Schröter nochmal ums Eck. Tatsächlich, an einem der Tische wartete Jared Hasselhoff, seines Zeichens Bassist der ehemaligen US-Band "Bloodhound Gang" und "böser Junge" der Musikszene, auf seine Bestellung.

Unvorstellbare Vorstellung

"Mensch, der schaut aus wie der ,Evil'", habe er gedacht, als er Samstagmittag den 1,96 Meter großen Musiker das erste Mal erblickte. "Doch was sollte der in Neustadt am Kulm?" Für Schröter war es unvorstellbar, dass sich ein Rockstar zudem in die Gaststube, die seine Lebensgefährtin Carina Burucker betreibt, verirren würde: "Man trifft solche Leute nicht täglich."

Damals habe er auch die Bloodhound Gang gehört, die 2005 ihr letztes Album veröffentlichte, erzählt der Rockmusik-Fan. Von daher war ihm Hasselhoff ein Begriff. Und alle paar Wochen sei der 43-Jährige im Fernsehen zu sehen, "wenn er wieder mal was angestellt hat".

Pizza gegessen

Nicht nur wegen dessen Eskapaden wollte Schröter ihn nicht gleich ansprechen und erst in Ruhe seine Pizza essen lassen. Doch als dieser das Besteck beiseite gelegt und auf Richtung Toilette entschwunden war, fasste der Oberpfälzer den Entschluss: "Jetzt redest du ihn an." Seelische Unterstützung leistete dabei Björn Nitz, ein Nachbar von Schröters Mutter. Er hatte den Musiker bereits entdeckt, als dieser aus dem Auto gestiegen war, und dann verfolgt.

"Sind Sie Herr Hasselhoff?", habe er den Gast bei seiner Rückkehr auf Englisch gefragt. Und entgegen dem, was der 31-Jährige vom Fernsehen und Internet über den Bassisten wusste, sei er sehr zuvorkommend und freundlich gewesen. Auch sei Hasselhoff sehr überrascht gewesen, dass ihn in Neustadt überhaupt jemand kenne.

Für Video auf Rauhen Kulm

Der Amerikaner, der seit 2006 in Berlin lebt, habe "probiert, Deutsch zu reden. Doch das war mehr als gebrochen. Aber man hat verstanden, was er will". Und er hat verstanden, was Schröter und Nitz von ihm wollten: ein Erinnerungsbild und Autogramme. Gut eine Stunde blieben Hasselhoff und seine Begleiter. Soweit er mitbekommen habe, "haben sie auf der Durchreise den Rauhen Kulm gesehen". Das schönste Naturwunder Deutschlands 2013 sollte als Kulisse für ein neues Musikvideo dienen, nimmt Schröter an: "Aber mein Englisch ist auch nicht das beste." Allerdings sei in den Autos mit Münchner Kennzeichen eine "Mords-Kameraausrüstung" gewesen.

Das die Gruppe auf dem Rauhen Kulm war, steht für ihn fest. Den sie kam am Spätnachmittag noch einmal in die Gastwirtschaft, ganz vom Regen durchnässt, um sich umzuziehen. Zum Abschied dankte Hasselhoff den Wirtsleuten für die Gastfreundschaft und mit einem Zettel, auf den er geschrieben hatte: "Entschuldigung für mein Scheiß- Deutsch". Ein höflicher "Bad Boy".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.