Kassenschlager trotz Kritik
"The Boss" läuft im Kino an

Da staunt auch Kristen Bell (links) nicht schlecht, die in "The Boss" Claire spielt, die frühere Assistentin von Michelle Darnell. Letztere verkörpert Melissa McCarthy, die in den USA ein Megastar ist. Bild: Universal Pictures/dpa

New York. Melissa McCarthy ist ein Phänomen: Hierzulande kennen nur wenige ihren Namen, in den USA ist sie einer der erfolgreichsten Filmstars der Stunde. Egal ob "Spy - Susan Cooper Undercover", "Taffe Mädels" oder "Brautalarm": Wenn die 45-Jährige in derben Frauen-Komödien mitspielt, klingeln die Kinokassen. Eine eigene Kleiderkollektion beim Homeshopping-Sender HSN und sympathische Auftritte wie bei der Late-Night-Show von Jimmy Fallon runden den Eindruck ab: McCarthy ist "Everybody's Darling". In Deutschland ist das noch ein wenig anders und so wie es aussieht, wird ihr neuester Film "The Boss - Dick im Geschäft" daran nichts ändern.

Es geht darin um Michelle Darnell, schwerreiche Vorstandsvorsitzende von drei Riesenunternehmen, Motivationstrainerin und Powerfrau, wie es sie nur im Land von Oprah Winfrey und Martha Stewart geben kann. Das schöne Leben hat kurz ein Ende, als Darnell wegen Insiderhandel ins Gefängnis muss. Zurück in Freiheit, quartiert sie sich bei ihrer alleinerziehenden früheren Assistentin (Kristen Bell, "Veronica Mars") und deren Tochter Rachel ein. Bei deren Pfadfinder-Treffen soll der Wohltätigkeitsverkauf von Keksen vorangebracht werden, aber Darnell schmiedet einen eigenen Plan. Mit einem Brownie-Imperium soll es zurückgehen an die Spitze der US-Unternehmenswelt.

Das liest sich nicht nur wie ein reichlich hanebüchener Plot, sondern kam bei der US-Kritik auch genau so an. Die Charaktere blieben platt und der Inhalt sei "dünn wie Papier", hieß es da. Ein Straßenkampf zwischen den "Darnell's Darlings" und einer gegnerischen Pfadfindergruppe ist nach Meinung der "Chicago Sun" die "verachtenswerteste, schlechtest-beratene, furchtbar ausgeführte und absolut spektakulär unwitzigste Filmszene des Jahres".

Dennoch: Unterm Strich schadet die von der Kritik zerrissene Brachialkomödie nicht dem Image ihrer Hauptdarstellerin. Die Einspielergebnisse in den USA stimmen und sie hat bereits die nächste aufsehenerregende Rolle im Kasten. Im Juli läuft eine in den Hauptrollen vollständig weiblich besetzte Fortsetzung der "Ghostbusters" an.

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Regie: Ben Falcone - Mit: Melissa McCarthy, Kristen Bell, Peter Dinklage - Musik: Christopher Lennertz - 99 Minuten - FSK ohne Angabe - Im Internet: http://upig.de/micro/the-boss
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